Der Wohlfahrtsstaat ist auf dem Wege in die Zahlungsunfähigkeit und es wird vor allem die heutigen Generationen bis 40ig treffen!

Es ist ein trockenes aber hoch aktuelles Thema denn wenn der Systemwechsel nicht kommt wird es die vor allem die heutigen Generationen bis 40ig treffen! Für mich ist das eines der grossen Themen dass wir in Zukunft lösen müssen!

Zitat 1: „Die Erwartungshaltung jedes Einzelnen an den Staat hat zugenommen, selbst für die Lösung persönlicher Probleme soll Vater Staat geradestehen.
Nicht nur verwerflich, sondern geradezu skandalös sind die Missbräuche im Wohlfahrtsstaat: freiwillige Arbeitslosigkeit, Schwarzarbeit, «Krankheit», um nicht arbeiten zu müssen, Scheininvalidität, vorzeitige Pensionierung, Subventionskriminalität, aber auch berufliche Leistungsverweigerung trotz Gesundheit und Arbeitsfähigkeit. (...)

Die Missbräuche haben verschiedene Ursachen. Der Zugang zu Sozialleistungen wurde so stark erleichtert, dass zunehmend Personen davon profitieren, die darauf gar nicht angewiesen sind. Arbeitslose «verdienen» nicht selten mehr als Beschäftigte. Sie machen dabei von der Möglichkeit Gebrauch, steuer- und sozialabgabefreie Schwarzarbeit zu leisten. So ist der Anreiz, arbeitslos zu bleiben, besonders gross.

Der Wohlfahrtsstaat verteilt sozusagen an jedermann Geld – Subventionen an Unternehmen und Branchen, verbilligte Tarife aller Art, wuchernde Steuervergünstigungen und einen bunten Strauss an Sozialleistungen –, unkoordiniert und unabhängig vom individuellen Bedarf. Damit erreicht er so viele Menschen, dass ihm die Wählermehrheit so gut wie sicher ist. Er verankert sich politisch derart, dass er kaum angezweifelt und angetastet wird. Es ist ihm gelungen, die Menschen in seine Abhängigkeit zu bringen. Das ausführende Organ ist die Sozialbürokratie, die sich als Wohltäter aufspielt, uns aber die Wohlfahrtsdiktatur beschert hat.“

Zitat 2: „Die Gelder des Wohlfahrtsstaates versickern und erreichen oft jene nicht, denen geholfen werden soll. Der Wohlfahrtsstaat im Allgemeinen und das Giesskannenprinzip im Besonderen schadet unserer Gesellschaft. Sie müssen abgeschafft werden, um Gelder einzusparen, die dringend für jene benötigt werden, die darauf – objektiv – angewiesen sind.

Die Finanzierung des Wohlfahrtsstaates ist seit längerem nicht mehr dauerhaft gesichert. Jenseits der Verschuldung von Staaten, Wirtschaft und Konsumenten existiert eine «versteckte» Quasiverschuldung. Im Mittelpunkt steht hier die nach dem Umlageverfahren finanzierte Sozialversicherung, namentlich die Rentenversicherung. Wurden Leistungen versprochen, die nicht durch künftige, ordentliche Einnahmen abgesichert sind, so liegt eine Finanzierungslücke vor.“

Zitat 3: „Es ist evident, dass jene Probleme, mit denen wir heute – krisenhaft – konfrontiert sind, auf «Politikversagen» zurückzuführen sind. Die Politik, und damit die Politiker, haben es versäumt, marktwirtschaftliche Grundsätze umfassend anzuwenden und diese echte Marktwirtschaft systemgerecht in sozialer Hinsicht zu ergänzen. Der Wohlfahrtsstaat ist auf dem Wege in die Zahlungsunfähigkeit. Ist es in absehbarer Zeit so weit, so kommen dominant die breiten, unteren Einkommensschichten «unter die Räder». Das ist Grund genug, ohne Verzug zu handeln und den überfälligen Systemwechsel voranzutreiben.“

Die Zitate beziehen sich auf einen Artikel von Walter Wittmann in der Solothurner Zeitung vom 16.02.2013, Seite 6.

Walter Wittmann ist emeritierter Wirtschaftsprofessor der Universität Fribourg und Sachbuchautor. Dieser Text ist ein Vorabdruck aus seinem neuen Buch, das am 1. März erscheint: Soziale Marktwirtschaft statt Wohlfahrtsstaat. Wege aus der Krise. orell füssli Zürich 2013.

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