Regenbogenfamilien bringen Farbe in die Gesellschaft

Wir leben im 21. Jahrhundert, bei gewissen gesellschaftlichen Diskussionen wird aber deutlich, dass noch nicht alle hier angekommen sind, sondern sich wohl eher noch im Mittelalter bewegen. Vor 50 Jahren war es verboten, dass Mann und Frau ohne Trauschein zusammen wohnen, heute ist es Alltag. Gesellschaftliche Entwicklungen brauchen Zeit. Ich finde, dass die Zeit gekommen ist, dass homosexuelle Paare auch Kinder adoptieren dürfen.

Im Dezember 2012 hat der Nationalrat einer Motion aus dem Ständerat zugestimmt, dass homosexuelle Paare leibliche Kinder des homosexuellen Partners adoptieren dürfen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, man sollte hier nicht halt machen.

Adoption bedeutet, dass ein rechtliches Eltern-Kind-Verhältnis begründet wird, welches nicht auf biologischer Abstammung beruht. Die Folge davon ist, dass den Adoptiveltern, beziehungsweise dem Adoptivkind, alle Rechte und Pflichten zugeteilt werden, wie wenn es sich um das leibliche Kind handeln würde. Um ein Kind adoptieren zu können, müssen einige Kriterien erfüllt werden. Das Alter der Adoptiveltern spielt eine Rolle, sie müssen finanziell abgesichert sein und es wird ein Sozialbericht erstellt. Die gleichen Massstäbe würden auch für homosexuelle Paare gelten, das Alter und das Einkommen wären erfüllbare Kriterien, doch scheitert es an der Tatsache, dass es sich bei den möglichen Adoptiveltern nicht um Mann und Frau handelt.

Auf der Suche nach Argumenten habe ich gestern einen Freund, welcher mit seiner Frau ein Kind adoptiert hat, gefragt, was gegen die Adoption bei homosexuellen Paaren sprechen würde. Seine Antwort war klar und deutlich: Nichts. Paare, die ein Kind adoptieren wollen, können selber keine Kinder bekommen. Umso grösser ist der Wunsch und der Wille sich um ein Kind zu kümmern, das Kind auf dem Lebensweg zu begleiten, dem Kind Unterstützung und Liebe zu geben und das Kind zu erziehen. Die sachlichen Kritiker werden sagen, dass es eine männliche und weibliche Bezugsperson braucht. Dem stimme ich absolut zu, doch diese Bezugsperson muss nicht einer der Elternteile sein, sondern diese Rolle kann durch Paten, Tanten und Onkel, Grosseltern oder durch den Freundeskreis wahrgenommen und ausgefüllt werden. Regenbogenfamilien gehören zu unserer Gesellschaft und sie sollen auch auf juristischer Ebene die gleichen Rechte erhalten. Andere Kritiker werden mit der Natur und ihrem traditionellen Familienbild argumentieren, ich orientiere mich aber lieber an der Realität. Die Realität ist eine heterogene Gesellschaft mit unterschiedlichen Lebensformen. Ein homosexuelles Paar kann einem Kind ebenso gerecht werden wie ein heterosexuelles Paar.

Ich hoffe, dass unsere gesamte Gesellschaft im 21. Jahrhundert ankommt und Homosexuellen nicht nur die gleichen Rechte verleiht, sondern ihnen auch Respekt und Akzeptanz entgegenbringt, so dass Regenbogenfamilien nicht nur bei sich zuhause sondern auch in der Öffentlichkeit Farbe ins Leben bringen können.

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