Der Aufschrei Lebensmittelskandal verstummt zumeist am Fleischregal

Ultrabillig, Schnäppchenjagd, Lebensmittelskandal? Eine Fertiglasagne made in Europe sorgt derzeit für die ganz grossen Schlagzeilen in Europa. Bevor das mit Pferdefleisch statt Rind vermengte Produkt in den Einkaufswagen der Konsumenten landete, hat es schon halb Europa bereist. Natürlich darf auch der allgemeine Aufschrei nach einem weiteren Lebensmittelskandal respektive einer Konsumenten-Täuschung nicht ausbleiben. Die gute Nachricht dabei ist, als Konsumenten könnten wir ganz einfach dafür sorgen, dass solche Produkte automatisch aus dem Regal verschwinden. Nicht mehr kaufen. Die schlechte Nachricht jedoch ist, dass eine genaue Analyse der einzukaufenden Produkte die durchschnittlich reservierte Zeit für einen Einkauf bei weitem überschreiten würde. Hinzu kommt die Binsenwahrheit, dass Qualität auch ihren Preis hat. Gerade beim Fleisch – egal ob Pferd, Rind oder ein anderes Produkt – sind die Preisunterschiede zwischen importierten und Schweizer Produkten teilweise sehr markant. Was ist dem Konsumenten letztlich Qualität und auch das Tierwohl wert? Bei günstigen und verarbeiteten Fertigprodukten müssen die Rohstoffe ebenfalls günstig sein, was die Schweiz als Herkunft beinahe immer ausschliesst. Jeder Lebensmittelskandal ist einer zu viel und der mediale Aufschrei erfolgt zu Recht. Vergessen sie den Aufschrei aber nicht bei ihrem nächsten Lebensmitteleinkauf, Qualität hat eben einen gewissen Preis und bei Fleischprodukten kommt noch das Tierwohl dazu.

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