Gerhard Pfister – sechs Fragen an eine Überzeugungsmarionette mit Heiligenschein

Meine 6 Fragen an einen Nationalrat und – für ihn selbst möglicherweise viel mehr Soll- als Ist-Zustand – Vertreter eines erzkonservativen Geldadels, der uns allen gerade im Bezug auf seine (möglicherweise fehlgegriffene) Parteimitgliedschaft noch viele Antworten schuldig ist!

Lieber Herr Pfister:

  • In einer gehässigen Debatte bewegten Sie Ihre Nationalratsfraktion zur Unterstützung der “Nothilfe”, die mit einem Betrag von ungefähr 8 Franken pro Tag an einen Asylsuchenden ebendiesen praktisch in die Kriminalität treibt. Wie können Sie sich Christdemokrat nennen, wenn der Sohn Ihres Gottes Armut & Spenderfreude gepriesen hat und zu konservativistischen oder repressiven Ansichten ein eher, sagen wir mal, gespannten Verhältnis hatte?
  • Den BefürworterInnen christlich-humanitärer Grundsätze in Ihrer Partei unterstellen Sie implizit gerne einmal Heuchelei. Sind Sie als AKW-Befürworter, der im Nationalrat aus “Parteiräson” (Zitat) für den Atomausstieg gestimmt hat, da ein gutes Vorbild?
  • Im Nationalrat haben sie Ihren – ernstgemeinten – Vorschlag kundgetan, dass Schweizer Unternehmen inländischen Arbeitsuchenden freiwillig den Vorzug geben sollen. Taten Sie das aus rudimentärem rechtspopulistischem Gespür? An sozialem Unternehmerengagement scheint Ihnen sonst nicht viel zu liegen, wenn Sie von Zuger Rohstoffkonzernen gerne frag- und kritiklos Blutgeld annehmen…
  • Vorgestern wurde von Ihnen ein Blog auf der Webseite der NZZ veröffentlicht. Wie alle Wirtschaftsmarionetten zeichnen Sie darin eigentlich nur Drohkulissen: Das Schweizer Aktienrecht werde das “unflexibelste und unattraktivste” der Welt, der Wirtschaftsstandort sei gefährdet. Sie können aber auch geschickter und impliziter, indem Sie mit trügerischer Freude zum Ausruck bringen, dass Junge der Initiative eher ablehnend gegenüber stehen – weil Sie sonst Angst um ihre Zukunft haben müssten. Vielleicht mal ein klares Wort: Verteidigen Sie Abzocker-Bezüge in jedem Fall?
  • Sie nehmen immer wieder radikal Stellung gegen den interkantonalen Finanzausgleich. Würden Sie sich dafür einsetzen, dass Ihr Kanton Vermögende und Unternehmen wieder korrekt besteuert, so dass Ihre Entourage von einer kantonalen Infrastruktur leben kann anstatt Trittbrettfahrer von Zürich oder Luzern zu bleiben?
  • Haben Sie bereits einmal Verantwortung als Wahlkampfleiter 2011 dafür übernommen, dass die CVP an ihren eigentlich nicht grade kämpferischen Zielen – Halter der NR-Mandate und weiterhin stärkste Partei im SR – nun ja, eher “knapp vorbeigeschrammt” (kein Zitat, hihi) ist? Oder halten Sie es immer noch für zukunftsträchtig die rechten Parteien zu kopieren und dafür das Label des Traditionschristen zu verwenden, von denen es in der Schweiz Jahr für Jahr immer weniger gibt?

Lieber Herr Pfister, ist es Sprachfehler oder Lokaldialekt, dass die Buchstaben C und S – im nochmaligen Bezug auf Ihre Parteimitgliedschaft – für Sie keinen Unterschied zu machen scheinen?

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