Revision Raumplanungsgesetz - Zersiedelung seit 2002 gewachsen!

Die Zersiedelung in der Schweiz ist in den letzten Jahren wieder stark gewachsen, und war zwischen 2002 und 2010 so hoch, wie in den boomenden Jahren 1960 -1980, in denen ein extensiver Bodenverbrauch zu verzeichnen war.

Eine Analyse unter der Leitung des Geografen Christian Schwick, in Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, erfasste das Fortschreiten der Zersiedelung der Schweiz quantitativ zwischen den Jahren 2002 - 2010. Ausgangspunkt der Analyse waren die Daten der Zersiedelung in der Schweiz, welche zu einem früheren Zeitpunkt für die Jahre 1935 - 2002 erhoben wurden.

Es konnte festgestellt werden, dass generell wieder ein verstärktes Wachstum stattgefunden hat, am stärksten aber in jenen Kantonen, in denen die Zersiedelung schon 1935 hoch war. In zehn Kantonen waren die Jahre 2002 - 2010 die Periode mit der grössten jährlichen Zunahme der Zersiedelung.
Die Kantone Genf und Basel-Stadt konnten als einzige während dieser Zeit den Trend umkehren.
Genf ist zudem der einzige Kanton mit einer anhaltenden positiven Bilanz seit 1980. Der Grund dafür ist einerseits die Knappheit des Bodens, anderseits ein strenges Raumplanungsgesetz, das seine Wirkung zeigt.

So gesehen ist eine Revision des Raumplanungsgesetzes sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Die Gegner behaupten zwar, dass die Kantone bereits heute mit dem aktuellen Raumplanungsgesetz genügend und autonom gegen die schlechte Ausnutzung und Verschwendung des Bodens vorgehen könnten.
Die Analyse von Schwick und seinen Kollegen zeigt aber klar, dass dies bis jetzt nicht der Fall war, und deshalb dringend Handlungsbedarf besteht.

Wir sind unseren Nachkommen Nachhaltigkeit verpflichtet, dazu gehört auch der haushälterische Umgang mit dem Boden.
Ein JA zur Revision des Raumplanungsgesetzes ist deshalb nur die logische Konsequenz einer nachhaltigen Einstellung.

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