Falsche Pauschalisierungen und Einseitigkeit bringen die Gleichstellungsdebatte nicht mehr vorwärts; im Gegenteil

Das Bild der Gleichstellungsentwicklung von Frau und Mann ist weder schwarz noch ist es weiss. Gelegentlich frage ich mich ob Infotainment zu einer mittelfristigen kollektiven Unfähigkeit führt, Grautöne zu erkennen? Wenn ein niveauloser Satz eines Politikers an eine jüngere Frau dazu führt, dass die alten Vorurteile in der Geschlechterfrage von anno dazumal wieder ins Feld geführt werden, dann ist die aktuelle Debatte weder zielführend noch fair. Die erreichten Errungenschaften in der Gleichstellung beider Geschlechter sind durch die engen Scheuklappen der Maskulin- und Feminin-Extremisten nicht sichtbar. Männer sind grundsätzlich Schweine und sollte doch ein davon abweichendes Exemplar existieren, dann ist dies wohl die ultimative Ausnahme, die die Schweineregel bestätigt. Und starke Frauen sind natürlich extremistische Emanzen, welche die antiquierte Aussage des schwachen Geschlechts boykottieren. Auf dieser Ebene über die nach wie vor herrschenden Probleme der Gleichstellung von Frau und Mann zu debattieren, ist unmöglich, von gestern und wecken höchstens Abwehrreaktionen. Es liegt mir fern, sexuelle Übergriffe egal von welcher Seite in irgendeiner Form zu verniedlichen. Jegliche Ungleichbehandlungen aufgrund des Geschlechts sind in aufgeklärten Gesellschaften jederzeit zu bekämpfen. Aber nicht mit Stereotypen, Pauschalisierungen und Auseinandersetzungen, die ein Keil zwischen die Geschlechter treiben. Auf der Grundlage eines sexistischen und niveaulosen Kommentares eines Mannes und der völlig überzogenen und pauschalisierenden Verunglimpfung der Geschlechter, sind weder eine objektive Debatte noch zielführende Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Gleichstellung beider Geschlechter möglich.

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