Blog über Polit-Blogs und die Diskussionskultur im Allgemeinen

Bei Twitter kann ich 140 Zeichen brauchen, um meine Meinung kundzutun. Bei Facebook sind es einige mehr. Bei Politnetz bin ich frei, in was für einem Text ich meine politischen Positionen verpacke. Politnetz bietet die Möglichkeit sich als Politikerin und Politiker zu äussern und mit den potenziellen Wählerinnen und Wählern in Kontakt zu treten. Die Vorgaben dafür sind ziemlich locker, jedoch sollte man auch hier gewisse Punkte aus Fairness gegenüber den Leserinnen und Lesern beachten.
Ein politischer Blog lässt sich gut mit einer Erörterung vergleichen. Man schreibt eine Einleitung, legt die Argumente dar und führt die wichtigsten Argumente im Schlussabschnitt wieder auf. Es geht ja darum, seine Position zu verdeutlichen und zu bekräftigen. Vor einigen Tagen hat mir eine Person gesagt, dass Politikerinnen und Politiker nur heisse Luft von sich geben. Wenn ich gewisse Politnetzbeiträge in den letzten Tagen gelesen habe, kam es mir selber auch so vor. Nur dass sie mich richtig verstehen, ich spreche nicht von politischen Positionen, welche ich vielleicht nicht teile, sondern davon, dass diese nur in ein paar Sätzen herausposaunt werden, ohne diese mit irgendwelchen Argumenten zu untermauern.
Unsere Meinungen geben wir täglich wieder. Wie unreflektiert diese manchmal sind, zeigt sich, wenn die Online-Medien eine Diskussion zu einem Artikel unterbinden müssen, weil sich die Beteiligten nicht an die Regeln gehalten haben. Die Wählerinnen und Wähler interessieren sich selbstverständlich für die Meinung der Politikerinnen und Politiker, jedoch finde ich es immens wichtig, dass auch verdeutlicht wird, weshalb man zu dieser Meinung kommt. Erst Argumente lassen eine (politische) Diskussion überhaupt zu. Argumente können entkräftet oder bestätigt werden, dass kann auch zu neuen Meinungen führen. Stellt man nur Behauptungen in den Raum, kann das zwar zu einem sprachlichen Schlagabtausch führen, aber eine Basis für eine fruchtbare Diskussion wird dadurch wohl nicht gelegt.
Mein Kommentar zur Gestaltung von politischen Blogs soll ein Aufruf sein, sich nicht nur beim Schreiben sondern auch in Gesprächen vermehrt auf die Diskussionskultur zu konzentrieren und auf die Argumente zu achten, welche den Behauptungen, Meinungen oder Parolen folgen sollten. Die Personen, welche sich die Mühe geben Blogs von Politikerinnen und Politikern zu lesen, haben es auch verdient zu wissen, worauf die Positionen der Schreibenden basieren.

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