Die letzten paar Jahre haben gezeitigt, dass ein rein militärischer Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht zielführend ist

Der Westen kämpft an vielen Fronten militärisch gegen den islamischen Extremismus, doch die Resultate dieses Kampfes sind sehr bescheiden. Afghanistan sollte demokratisiert werden, zehn Jahre später reden die USA noch von Stabilität, die im Übrigen alles andere als sehr robust ist. In Mali kämpfen die Franzosen auch gegen neu entstandene Wunden, welche das Machtvakuum nach dem Sturz von Gaddafi in Libyen hinterlassen hat. Zu lange hat der Westen dort einen verbrecherischen Despoten unterstützt. Ein ähnliches Szenario lief mit Saddam Hussein im Irak.

Während der Iran als Förderer des internationalen Terrors teilweise zu Recht als Schurkenstaat verurteilt wird, ist Saudi-Arabien – als grösster Sponsor und Förderer von islamischem Extremismus und Terrorismus – ein Verbündeter Staat der westlichen Welt. Es ist dieses einseitige und „nur“ nach geostrategischen Interessen ausgerichtete schwarzweiss Bild, welches einem glaubwürdigen Kampf gegen den internationalen Terrorismus entgegensteht. Wären die Gesichtspunkte der westlichen militärischen Eingriffe tatsächlich vor allem humaner Art, hätte in Syrien schon lange interveniert werden müssen. Doch in erster Linie müssen wir im Westen unsere Erdölsucht befriedigen.

Wahrscheinlich war das französische Einschreiten in Mali sogar notwendig, aber es erfolgt viel zu spät und bleibt wohl letztlich wieder einmal „nur“ eine kurzfristige Symptombekämpfung. Zynischerweise kämpfen westlichen Staaten im Ausland sehr oft gegen ihre eigenen Waffen, da die USA, Frankreich und Großbritannien auch zu den grössten Waffenexporteuren der Welt gehören. Die letzten paar Jahre haben gezeitigt, dass ein rein militärischer Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht zielführend ist, doch Krieg ist und bleibt auch ein Geschäft.

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