Den Banken die Flügel stutzen!

Im September 2009 forderte Nicolas Hayek anlässlich einer Pressekonferenz in Bern gemeinsam mit den Politikern Christoph Blocher (SVP) und Christian Levrat (SP), die seiner Einladung gefolgt waren, dass Schweizer Grossbanken wie UBS und Crédit Suisse künftig nicht mehr so gross sein dürfen, dass der Staat sie nicht scheitern lassen kann («Too Big to Fail»). Staatliche Regeln müssten daher den Banken «die Flügel stutzen». Gemeinsam stemmten sie sich dagegen, dass es nach der Krise so weitergehe wie bis dahin.

Zur Weltwoche, ihrer Agitation gegen die Abzocker-Initiative und die Hayeks:
*Es ist Urs Paul Engeler, der die Hayeks, d.h. die Swatch Group aus Beispiel ausgelesen hat, um - wie er meint, erfolgreich - darzulegen, dass niemand von der Gesetzesflut gegen die Abzockerei profitiere. Nur die Psyche der Neider werde kurzfristig beruhigt. Der Artikel von Urs Paul Engeler kann hier gelesen werden: Alles für weniger

Ganze 4 Seiten – ein Artikel, ein Beitrag über die Hayeks und ihr Schicksal, wenn dem Rufe der Strasse gehorcht wird (Engeler), eine Kolumne Engelers, gemäss der man doch der Abzocker-Initiative zustimmen kann, und die Liste der Toppverdiener der Schweizer finden sich in dieser Weltwoche-Nummer, die meint, eine Breitseite gegen die Minder-Initiative zu feuern, aber zu kurz schiesst, auf sich selbst schiesst.
Ich werde mich in verschieden Beiträgen mit der Argumentation der „Weltwoche“ und ihrem Paradebeispiel, den Hayeks bzw. der Swatch Group auseinandersetzen.

Ich unterstütze Herrn Minder, Ständerat des Kantons Schaffhausen mit einer Spende und meiner Stimme als Auslandschweizer. Herr Minder hat auch Ihre Unterstützung verdient.

Die Swatch Group ist eine an der Börse kotierte Publikums-Aktionärsgesellschaft. An der GV in Biel am 16. Mai 2012 waren 2‘307 Aktionäre oder 76, 8 Prozent der stimmberechtigten Aktien vertreten. 2’307 Aktionäre- nicht nur die Hayeks - an der GV 2012!

Ein schlechteres Beispiel hätte Urs Paul Engeler nicht nehmen können, um gegen Minders Initiative zu agitieren: Das Hayek-Imperium hat der 2010 verstorbenen Nicolas Hayek praktisch aus dem Nichts erschaffen. Die nächste Generation profitiert von den herausragenden Leistungen des Vaters: Der Sohn, der von Urs Paul Engeler erwähnte Nick (Georges Nicolas Hayek; geboren 1954) Hayek, war Film-Regisseur. Er trat 1994, wie bei Familienimperien üblich, unter den Augen seines Vaters in die Swatch Group ein und wurde am 01.01.2003 CEO der Swatch Group.

Seine Schwester, Nayla Hayek (geboren 1951) ist Dr. h.c. von der European University Montreux, Montreux. Von rund 20 Distinghuished Guest Speakers sind 3 Hayeks: Nayla, Nick und Marc. Nayla Hayek züchtet Araberpferde und führt in Schleinikon (Kanton Zürich) ein Gestüt mit rund 50 Pferden. Sie ist Mitglied in der World Arabian Horse Organization und seit dem Tod ihres Vaters 2010 Präsidentin des Verwaltungsrates der Swatch Group. Nayla Hayek sitzt in über 30 weiteren Verwaltungsräten des Swatch Konzerns. Sie ist die einzige Frau an der Spitze eines Grossunternehmens, das an der SIX Swiss Exchange kotiert und im Swiss Market Index enthalten ist.

Beide Hayeks sitzen im Verwaltungsrat und können sich gegenseitig ihre Entschädigungen zuschanzen: Sie ihm, dem CEO; er ihr, der Verwaltungsratspräsidentin.

Weitere Verwaltungsratsmitglieder (Details siehe weiterer Beitrag) sind Esther Grether, Ernst Tanner, Prof. Dr. h.c. Claude Nicollier, Dr. Jean-Pierre Roth.
Weiterer Kommentar zum Artikel von Urs Paul Engeler am Schluss*

Urs Paul Engeler behauptet, dass das „was den Hayeks genommen werden könnte (!) käme fast zur Hälfte durch die Nebentür wieder herein“. Stimmt nicht! Die Hayeks und andere, so die Schneider-Ammanns halten rund 64 Millionen Namenaktien. Durch die Erhöhung der Dividenden bekämen diese Personen - nicht nur die Hayeks - 2,4 Millionen Franken mehr an Dividenden, über die 1775 Inhaberaktien noch CHF 326,60 dazu. Also rechne: den Hayeks „genommen“: 10,25 Millionen Franken; einer ganzen Gruppe von Personen, darunter auch den beiden Hayeks gegeben: 2,4 Millionen Franken. Die Hayeks würden mindestens 8 Millionen weniger erhalten. Verkauft uns eigentlich ein Urs Paul Engeler für dumm?**

Gekürzt. Bitte kennzeichnen Sie fremde Inhalte unter der Nennung der Quelle. Danke, Ihr Politnetz-Team

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