Die Revision des Raumplanungsgesetzes legt den Finger auf die richtige Wunde

Neben der emotional geführten Abzocker Initiative spielt die Abstimmungsvorlage zur Revision des Raumplanungsgesetzes im medial diskutierten Kontext eine Nebenrolle; zu Unrecht. Schließlich ist die Zersiedelung der Schweiz ein sehr aktuelles und brennendes Thema. Schweizermeister in der Einzonung von Baulandreserven ist übrigens das Wallis und so ist es auch nicht näher verwunderlich, dass aus diesem Kanton der Revision sehr viel Gegenwind erwächst. Das Raumplanungsgesetz hält seit 1980 fest, dass Baulandreserven nach ihrer Einzonung innerhalb von 15 Jahren überbaut werden. Aktuell würden die eingezonten Reserven in der Schweiz aber den Bedarf für ca. 30 Jahre decken. Diese massive Überdimensionierung führt einerseits zu Bodenspekulationen und andererseits zu einem Angebotsüberhang in der Peripherie, was die Zersiedlung der Schweiz weiter treibt und gleichzeitig den Bedarf an Infrastrukturbauten erhöht. Dies ist darauf zurückführen, dass gewisse Kantone und Gemeinden den Vollzug der Raumplanungsgesetzgebung schlichtweg ungenügend durchgeführt haben. Die Revision legt den Finger auf diese Wunde und greift mit der Mehrwertabgabe auf ein praktisch bewährtes Instrument zurück. Ein Instrument, welches eine vernünftige Steuerung gegen die überdimensionierte Einzonung, Bodenspekulation und Zersiedlung der Schweiz ermöglich.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Wohnen»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production