Führt das Raumplanungsgesetz zu kleineren Bauzonen und hohen Entschädigungen?

Jede Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter Land zugepflastert. Das neue Raumplanungsgesetz will die Bauerei auf der grünen Wiese rigoros beschränken. Das Bauland darf nur noch dem Bedarf für die nächsten 15 Jahre entsprechen - sonst wird ausgezont.

=> Bauzonen, die nicht dem voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre entsprechen, sind zu reduzieren.

=> Bei Neueinzonungen wird eine Abgabe von mindestens 20% des Wertgewinnes fällig. Dieser soll mithelfen, Landeigentümer für Auszonungen zu entschädigen.

=> Um das Horten von Bauland einzudämmen, können Grundeigentümer verpflichtet werden, ihr Land zu überbauen, wenn dafür ein öffentliches Interesse vorliegt.

41'280 km2 beträgt die Gesamtfläche der Schweiz, davon sind 2'285 km2 Bauzonen, wobei 47% davon wiederum Wohnzonen sind, also 1'074 km2. (nicht gerade viel).

Ich habe für mich eine kleine Rechnung zusammengestellt, damit ich den Überblick der Lage bekomme.

-in diesen 2'285 km2 Bauzonen leben 8 Millionen Menschen, ergibt einen Platz von 286 m2/Person. Nun sind 20% dieser Bauzonen unüberbaut = 457 km2 (457'000'000 m2)

Rechnen wir nun dies hoch, bei gleichbleibendem Platzangebot pro Person, ergäbe dies 1.6 Millionen Menschen, die in diesen unüberbauten Bauzonen ihre Wohnung einrichten könnten. Das Problem bei dieser Rechnung hier ist, in wie vielen Jahren ist diese Zahl erreicht? Dazu benötigt man den jährlichen Zuwachs. Nehmen wir den durchschnittlichen Zuwachs von 1% in den letzten 10 Jahren, wären das 80'000 Menschen. In 19-20 Jahren wäre die jetzige unüberbaute Bauzone überbaut und bewohnt. Werden aber nun 200 m2/Person (durch Hochbau) für die Zukunft eingerechnet, verschiebt sich die Galgenfrist um ca. 2-3 Jahre. Dann ist Schluss. Oder habe ich falsch überlegt?

Als Vergleich habe ich meinen Kanton in die Mangel genommen.

-im Kanton Schaffhausen beträgt die gesamte Bauzonenfläche 2'392 Hektaren, davon 535 Hektaren unüberbaut.

Gegenwärtig zählt mein Kanton 77'250 Einwohner, was 323 m2 pro Person ergibt (also in etwa dem Schweizer Durchschnitt). Platzmässig könnten wir nun in den 535 Hektaren unüberbaute Bauzonen - auch bei gleichbleibendem Platzangebot - noch rund 16'563 Personen unterbringen. Bei einem Zuwachs von 0.5 -0.8%, mit welchem der Kanton (entgegen der Bevölkerungsprognose des Bundesamtes für Statistik) rechnet, ergäbe diese eine Gnadenfrist von rund 33 Jahren. Dann ist auch Schluss.

Wahrscheinlich variieren diese Zahlen von Kanton zu Kanton und müsste einzeln ausgerechnet werden (Reserven im Vergleich zum Bedarf). Bevor wir diese Reserven aber vollständig ausnutzen, denke ich, trägt das Raumplanungsgesetz bei, dies zu verhindern (für die nächste Generation) oder zumindest, dass immer noch in 15 Jahren eine kleine Baulandreserve bleibt.

Natürlich, die entscheidende Größe für den voraussichtlichen Baulandbedarf im einzelnen Kanton ist die Bevölkerungsprognose.

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