Wenn Lobbyarbeit kontraproduktiv wird

Die beiden Vorlagen betreffend Markenschutz und Agrarpolitik, welche der Nationalrat bereits beraten hatte, brachten uns Ständeratsmitgliedern in der Wintersession eine Flut von Zuschriften, sei dies per Mail oder Brief, sowie verschiedenste mündliche Beeinflussungsversuche, teils sogar mit organisierten Zusammenkünften oder heimlichen Gesprächen. Das Lobbying erlebte seine Höchstblüte! Man spürte, wie viel offensichtlich auf dem Spiel stand: verschiedene Organisationen, Verbände, PR-Firmen, Personen und Politiker versuchten alle Hebel zu ziehen und ihren Einfluss geltend zu machen. Dass sich vielfach die mit Vehemenz vorgebrachten Argumente gegenseitig aufhoben, sei nur nebenbei erwähnt.

Interessant war, dass bei beiden Geschäften letztlich nicht der Mehrheitsantrag der vorberatenden Kommissionen obsiegte, obwohl sich diese über Monate mit den Vorlagen auseinandergesetzt hatten. Zudem wurde klar, dass man bezüglich Lobbying auch übertreiben kann. Bei vielen Ratsmitgliedern war es jedenfalls so: Je mehr man bearbeitet wurde, desto stärker wuchs der Widerstand!

Gezielt und aus Überzeugung für die eigenen Interessen zu kämpfen, ist legitim. Wie überall kommt es dabei auf die Art und Weise an. Und da staunt man schon, dass auch gut bezahlte Profis immer wieder sog. Anfängerfehler machen…

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