Das Versailles des 21. Jahrhunderts

Als Geschichtsstudent neigt man dazu historische Parallelen zu erkennen. Die interessanteste Parallele dieses Jahr ist wohl zwischen dem Brüsseler Spardiktat, das den GriechInnen aufgezwungen wurde und dem Versailler Diktat nach dem 1. WK sichtbar. Interessant ist, dass in den heutigen Schulbüchern vor Allem die deutschen Gebietsverluste als Folge der Verträüge erwähnt werden obwohl die wirtschaftlichen Folgen der Reparationszahlungen viel gravierender waren: Um seine Schulden begleichen zu können war die Weimarer Republik gezwungen mehr Geld zu drucken. Natürliche Folge hiervon war die Hyperinflation, die so manchem Birefmarkensammler, der eine 2 Millionen Mark Marke in Händen hielt bekannt sein wird. Neben der Tatsache, dass man damals, wenn man ein Brot kaufen wollte und Geld teilweise zum Anfeuern benutzt wurde (http://4.bp.blogspot.com/_SSUbVSG_KVY/THZhRAo_5nI/AAAAAAAAADg/XObQuxv9in0/s1600/hyperinflation.jpg) war vor Allem eine Massenverelendung im Zuge der 29er Krise in diesem Zusammenhang nicht mehr vermeidbar. Dass die Faschisten in diesem Umfeld fruchtbaren Boden für ihre hassverseuchte widerwärtige Ideologie fanden ist klar. Was nicht klar ist, ist wie die Brüsseler Troika aus Europäischer Zentralbank, Währungsfond und EU-Ministrialrat auf die Idee kommt, dass es eine gute Idee sei, Griechenland heute in die selbe Lage wie seinerzeit die Weimarer Republik zu stossen. Dass Parteien wie die faschistische Chrysi Avgi in den Wahlumfragen auf mittlerweile bis zu 12% kommen ist kein historischer Zufall, sondern direkte Folge der Handlungen von Barosos Seilschaften. Wir haben im Jahr 2012 die Auswirkungen der Krise in Südeuropa sehr gut beobachten können und die Schwäche Brüssels wurde offenbar, hoffen wir, dass den feinen Herrn in Brüssel nicht ein paar weitere Treppenwitze wie den ihrer Krisenpolitik einfallen...

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