Die Abzocker-Initiative bevormundet die Aktionäre

Als Eigentümer ihrer Unternehmung sollten die Aktionäre diese auch selber organisieren können. Meiner Meinung nach sollte das Gesetz allgemeine Leitplanken vorgeben, jedoch nicht jedes Detail der Statuten reglementieren. Die Aktionäre kennen die Bedürfnisse ihrer Firma besser als der Gesetzgeber. Nun will die Minder-Initiative die Aktionärsrechte stärken, in Tat und Wahrheit bevormundet sie aber die Aktionäre. Zum Beispiel schreibt sie zwingend die jährliche Wahl der Verwaltungsräte vor. Damit nimmt sie den Anteilseignern die Möglichkeit weg, auch eine längere Amtsdauer zu bestimmen, und fördert so ungewollt das vielgescholtene kurzfristige Denken in den Verwaltungsräten.
Auch die Stiftung Ethos, die sich seit Jahren glaubhaft gegen Lohnexzesse einsetzt, hat die Mängel der Initiative erkannt. Sie bezeichnet den Gegenvorschlag zu Recht als Königsweg für mehr Aktionärsdemokratie, weil er die Aktionärsrechte wirksamer stärkt als die Initiative. Der Gegenvorschlag wird automatisch in Kraft treten, wenn das Stimmvolk am 3. März 2013 die Minder-Initiative bachab schickt, und zu raschen Fortschritten in der Unternehmenskultur führen.

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