Pelztragen ist Gewissensfrage

Dass Neandertaler und Höhlenbewohner ihre Körperblösse mit den Fellen der erbeuteten Tiere bedeckten und so vor der Unbill der Witterung schützen, ist logisch und durchaus verständlich. Schliesslich waren die Segnungen des Strickens und Webens damals noch nicht erfunden. Völlig unverständlich aber ist es, dass im 21. Jahrhundert sogenannte zivilisierte Menschen sich nicht schämen sich mit Pelzen zu schmücken. Ob es sich dabei um die Pelze von Wildtieren handelt, die auf grausame Art in Fallen gefangen wurden, oder von Zuchttieren, die bis zu ihrem Tod auf qualvolle Art in Käfigen dahinvegetieren mussten, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Beides sollte eines modernen aufgeklärten Menschen unwürdig sein. Aufgrund der heutigen Technik verfügen wir über verschiedenste Stoffe und Materialien in Hülle und Fülle, die allen Ansprüchen, Verwendungszwecken und Witterungen gerecht werden. Es gibt keinen vernünftigen Grund in die vorsintflutliche Praxis des Pelztragens zurückzufallen, auch wenn gewisse Modezaren dies propagandieren. Auch wenn es sich dabei teilweise nur um Applikationen oder Verbrämungen handelt, mussten Tiere dafür auf grausamste Weise ihr Leben lassen. Leider scheiterte ein Importverbot für Pelze aus tierquälerischer Haltung, Jagd oder Tötung 2011 am Widerstand des Ständerats. Ein Importverbot für Reptilienhäute hat die kleine Kammer in der laufenden Session ebenfalls abgelehnt. Deshalb ist jeder und jede einzelne in der Verantwortung, denn Pelztragen ist Gewissensfrage!

Silvia Schwyter, Sommeri
Kantonsrätin Grüne

64 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.

7 weitere Kommentare
1 weiterer Kommentar
3 weitere Kommentare

Mehr zum Thema «Tierschutz»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production