John F. Kennedy: Was kannst Du für Dein Land tun?

Die immer geringere Bereitschaft in unserer Gesellschaft sich zu Gunsten der Allgemeinheit einzusetzen ist erschreckend.

Die bürgerlichen Rechte und die bürgerlichen Pflichten korrespondieren nicht mehr in ausreichendem Masse. Kommentare junger Bürger zu ihren Pflichten ergeben immer mehr ein Bild von "Läck mer" und was geht's mich an.

Pflichten wir Militär-, Zivilschutz- und Feuerwehrdienst sind aber nur ein Teil des Problemfelds. Auch im Bereich der politischen Tätigkeit (Einsitznahme in Behörden und Kommissionen) wird gerade in kleineren Gemeinden die Rekrutierung immer schwieriger, es geht soweit, dass Leute eher einen Wegzug auf sich nehmen als dem Amtszwang für einen Gemeinderratssitz nachzukommen. In der freiwilligen Tätigkeit (Vereine, Sport, Kirche etc.) nimmt die Bereitschaft unentgeltlich einen Beitrag zu leisten ebenfalls immer mehr ab. Behörden und Vorstände können kaum mehr besetzt werden.

Das Thema "gesellschaftlicher Minimalismus" wirkt sich nicht nur auf die Bundesinstitution Armee und Zivildienst, sowie die kantonalen und kommunalen Pflichtinstitutionen Zivilschutz und Feuerwehr, sondern auf die gesamte Gesellschaft negativ aus.

Das Verhältnis vom Bürger zum Staat bedarf dringend einer Neudefinition. Wenn man Diskussionen (ob im real life oder im Internet verfolgt) zur Armee verfolgt, finden sich immer häufiger gar keine Aussagen mehr ob die Armee Sinn macht oder nicht, oder wir im Verteidigungsfall eine Chance haben oder nicht. Alles Fragen die man sich nicht zu Unrecht stellen kann.

Nein es geht vielmehr darum, dass die Bürger unseres Landes nicht mehr bereit sind zu Gunsten des Kollektivs gewissen Unbequemlichkeiten/Härten auf sich zu nehmen. Die Bereitschaft zum Militärdienst (oder eben nicht) ist dabei nur die Spitze des Eisbergs, wie schon gesagt wird es überall schwieriger genügend Personen die ihrer Pflicht ,z. B. Feuerwehrdienst nachkommen, zu finden. Vom freiwilligen Bereich ganz zu schweigen.

Es scheint Fakt zu sein, dass Verhältnis zwischen Rechten und Pflichten eines Bürgers (und einer Bürgerin) bedarf dringend neuer Impulse und neuen Regelungen. Mein Vorschlag dazu:

Die Einführung einer Dienstpflicht für alle Bürgerinnen und Bürger sowie teilweise für Niedergelassene (als Voraussetzung für eine Kostenreduktion für die Einbürgerung).

Dieser Dienst kann wahlweise in 260 Tagen Militärdienst, 390 Tagen Zivildienst, 300 Tagen Zivilschutz, 10 Jahre Dienst in der freiwilligen Feuerwehr, 10 Jahre Dienst in Rettungskolonnen SAC, oder 390 Tage allgemeiner gemeinnütziger Dienst geleistet werden. Wer gesundheitlich beeinträchtigt ist (d.h. die Tauglichkeitsprüfung für alle Dienstformen nicht besteht) wird folgenlos befreit. (Selbstverständlich bleibt in allen Fällen eine finanzielle Ersatzleistung vorbehalten)

Bürgerinnen und Bürger die den Dienst bis zum 35 Altersjahr nicht vollendet haben, verlieren vorübergehend ihr aktives und passives Stimm- und Wahlrecht, wer bis zum 40 Altersjahr seiner Dienstpflicht nicht nachgekommen ist, verliert Stimm- und Wahlrecht permament. Für Frauen müssen in Bezug auf Schwangerschaft/Geburt sicher noch besondere Regelungen getroffen werden.

Meiner Meinung nach, müssen die Privilegien die wir als Bürgerinnen und Bürger dieses Landes in Anspruch nehmen können, wieder viel mehr mit Pflichten verbunden werden. Das von mir vorgeschlagene sicher ergänzungs- und überarbeitungsbedürftige Modell dürfte ganz neue Impulse für eine solidarische und bewusst gestaltete Gemeinschaft im Rahmen eines Landes werden, dessen Bevölkerung immer weniger bereit ist die Individualität über einige Zeit zu Gunsten des Kollektivs einzuschränken

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