Die uneinige Einigkeit bei der Altersvorsorge

Auf die Frage, ob wir bei der Altersvorsorge Reformen brauchen, antworten 100% der Befragten mit Ja. Bei der Frage der Ausgestaltung und Gewichtung der Reformen erreichten wir eine 100% Uneinigkeit. In diesem Klima unternimmt der Bundesrat wieder einmal einen Anlauf den Reformstau in der Altersvorsorge zu beheben. Vor allem in der zweiten Säule besteht akuter Handlungsbedarf, da durch den zu hohen Rentenumwandlungssatz aus dem Kapitaldeckungsverfahren ein Umlageverfahren geworden ist. Die Pensionskassen müssen heute über ihre Substanz leben respektive Geld der aktiven Generation zweckentfremden, um die Renten mit dem aktuellen Umwandlungssatz auszahlen zu können. Faktisch ist die zweite Säule heute eine AHV plus und nagt so an der Generationengerechtigkeit. Ob es sinnvoll ist das Rentenalter weiter zu erhöhen, um die AHV finanziell auf solidere Beine zu stellen, ist mit Blick auf die schwierige Arbeitssuche der Generation 50+ zumindest fraglich. Mit einem höheren Renteneintrittsalter müssten die Sozialleistungsabgaben für ältere Arbeitnehmer nach unten angepasst werden und dafür in früheren Jahren angehoben werden. Viel fairer und ausgewogener als ein statisches Rentenalter wäre das Lebensarbeitszeitmodell. Dies würde auch dem körperlichen Verschleiss vieler Handwerker Rechnung tragen, so dass diese Arbeitnehmer, die im Vergleich zu einem Akademiker sehr früh ins Erwerbsleben einsteigen, auch mit einem tieferen Alter in Rente gehen. Das Lebensarbeitszeitmodell käme einem krassen Umbau unserer Altersvorsorge gleich und solche weitgehenden Reformen sind in der Schweiz leider politisch zumeist nicht mehrheitsfähig. Trotzdem ist der Weg das Ziel und dieses sollte Lebensarbeitszeitmodell heissen.

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