Dossier: Fangewalt bei Sportanlässen

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Fanarbeit Schweiz

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Fangewalt oder Hooliganismus ist wahrscheinlich so alt wie der Mannschaftssport selbst. Auch in der öffentlichen Debatte, in den Medien und in der Politik nimmt das Thema eine prominente Position ein. Die Diskussionen werden zuweilen emotional geführt. „Stadionverbote“, „Datenbanken“ und „härteren Strafen“ fordern die einen, „Polizeistaat“ und „unverhältnismässig“ entgegnen die anderen.

Jährlich besuchen über 2 Millionen Fussballfans und 3 Millionen Eishockeyfans Spiele ihrer Clubs in den obersten Ligen. In beiden Sportarten sind Vorfälle mit Gewalt eher die Ausnahme als die Regel. Die gewaltbereite Szene, die hauptsächlich für die Probleme verantwortlich gemacht wird, ist in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern relativ klein. Wenn es zu Vorfällen kommt, ist das Medienecho jedoch gross. In Zeitungen, Fernsehen und den Sozialen Medien hört man immer wieder von Problemen im Rahmen von Sportanlässen. In den Stadien kommt es zu Sachbeschädigungen, es wird Pyrotechnik in Menschenmassen gezündet, und in einigen Fällen Richtung Spielfeld geworfen. Fans werden immer mehr als Gefahr für die innere Sicherheit angesehen. Die Polizei und Politik fordern immer neue Massnahmen: Internetfahndung, Schnellgerichte, kein Alkoholausschank und Rayonverbote sind als Beispiele zu nennen.

Hauptargumente für die Befürworter von strengeren, repressiven Massnahmen sind: Fälle von Gewalt im Stadion; der Schutz von friedlichen Fans; Ausschreitungen rivalisierender Fans ausserhalb des Stadions; die Kosten und Sachschäden, welche solche Vorfälle Verursachen. Immer wieder wird auch das Abfackeln von Feuerwerk, sogenannten Pyros, als Negativ-Beispiel herangezogen. Die Gegner wiederum betonen, dass sich die Fälle von Gewalt in engen Grenzen halten. Entsprechend unverhältnismässig seien die Massnahmen. Sie würden auch den Grossteil der friedlichen Fans betreffen und seien kontraproduktiv. Wichtiger wäre der Dialog mit den Fans. Aus Datenschutz-Perspektive werden Bedenken gegen die Datenbanken geäussert und hinter die Schnellgerichte werden zumindest rechtliche Fragezeichen gesetzt. Pyros wiederum sind für einige Club-Anhänger Teil ihrer Fankultur. Dieses Dossier soll dir Hintergrundwissen und Fakten über das Thema liefern, dir die verschiedenen Positionen vorstellen, die rechtlichen Grundlagen vermitteln und aufzeigen, was für Massnahmen umgesetzt oder geplant sind. Das Dossier soll dir helfen, Antworten und Lösungsansätze zu finden auf Fragen wie: Gibt es bei Sportanlässen ein Gewaltproblem? Was ist deren Ursache? Muss man gegenüber gewaltbereiten Fans verstärkt auf Prävention oder auf Repression setzen? Oder muss man die Clubs dazu verpflichten, die Sicherheitskosten selbst zu tragen?

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