Dossier: Infrastruktur / Energie

Thematische Partnerschaft:
Bundesamt für Energie

Inhaltliche Unterstützung:
Swissgrid

Vor über 50 Jahren begann die Vorreiterrolle der Schweiz im Elektrizitätssektor. Als 1958 mit dem sogenannten „Stern von Laufenburg“ die Stromnetze Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz miteinander verknüpft wurden, war dies die erste länderübergreifende Stromverbindung in ganz Europa. Aus diesem einen Knotenpunkt entwickelte sich das heutige europäische Stromnetz, das 30 Länder mit mehr als 530 Millionen Konsumenten miteinander verbindet. Es ist somit das grösste Stromnetz der Welt. Auch heute kommt der Schweiz in diesem Netz eine bedeutende Rolle zu. Gemäss ihrer geographischen Lage ist sie ein klassisches Transitland. Also ein Land, welches als Verbindungsstrecke zwischen anderen Ländern genützt wird. Bekannt ist dieses Phänomen vor allem vom Strassen- und Bahnverkehr. Gleiches gilt aber auch für den Stromtransport, bei dem hauptsächlich Strom von den grossen Produzenten im Norden/Westen (Deutschland, Frankreich) zum Grossabnehmer Italien im Süden geschleust wird. In etwas geringerem Ausmass findet der Stromtransfer auch auf der Ost-/West-Achse statt. Besonders attraktiv ist Schweiz auch wegen ihrer Speicherseen, wo überschüssige Energie gespeichert und bei Bedarf wieder freigegeben werden kann. Die Schweiz erwirtschaftet mit diesem Stromtransfer (oder auch Stromaussenhandel genannt) jährlich rund eine Milliarde Franken. Will die Schweiz auch künftig vom Stromaussenhandel profitieren und den Bedürfnissen im Inland gerecht werden, sind in näherer Zukunft einige Investitionen nötig. Denn zwei Drittel des Schweizer Netzes sind älter als 40 Jahre, genügen den Anforderungen nicht mehr und können somit längerfristig die Versorgung der Bevölkerung mit Strom nicht gewährleisten. Die Leitungen wurden für kleinere Strommengen konzipiert. Bereits heute bestehen vereinzelte Engpässe oder zeichnen sich ab.

Das Thema Energie beschäftigt die Schweizer Bevölkerung und Politik schon seit langem. Gerade in letzter Zeit wurde es wieder sehr aktuell. Hauptsächlich werden dabei der Ausstieg aus der Atomenergie und die Möglichkeiten von alternativen, umweltverträglichen Energiequellen diskutiert. In diesem Dossier befassen wir uns aber bewusst NICHT mit diesen Fragen. Es geht vielmehr darum, wie die produzierte Energie transportiert und verwertet wird. Was für eine Infrastruktur brauchen wir? Wie und in welchem Ausmass soll das Stromnetz ausgebaut werden? Wie und von was für Kraftwerken gelangt der Strom in unserer Haushalte und die Firmen? Gehören die Leitungen in den Boden bleiben weiter in der Luft? Natürlich spielen bei diesen Fragen aber der Atomausstieg und erneuerbare Energien eine Rolle, da sie auch auf das Stromnetz Auswirkungen haben werden. Je nach dem was für neue Kraftwerke entstehen – zum Beispiel wenn kleinere, lokale erneuerbare Energiequellen genutzt werden - muss auch die Infrastruktur angepasst werden. Und werden wir mehr Strom importieren müssen oder vom Handel mit eigenem Strom mit dem Ausland profitieren können? Das Dossier liefert euch Hintergrundwissen und soll euch helfen, Vorschläge zu machen, wie das Stromnetzt zukünftig aussehen soll. Über die in Kapitel 7 aufgelisteten Links könnt ihr euch weiterinformieren und im Glossar werden einige Begriffe erklärt.

Ganzes Dossier lesen »

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Staat»

zurück zum Seitenanfang