Schweiz fordert: Anhebung der MWST Rückerstattungsgrenze von 0 auf 100.—Euro (AZ Artikel vom 14.11.2012)

Mein Vater ging schon rüber, jede Woche, anders als heute ging er wegen dem Lotto. Er kehrte in seine Stammkonditorei ein und kaufte Schoketten, die er liebte. Damals kontrollierten die deutschen Grenzer den Tank der Deutschen die über die Grenze in die Schweiz fuhren, um dann die Differenz des Benzinstandes zu verzollen. Wenn man das heute noch machen würde, tja dann hätte Deutschland schon fast 1% weniger Arbeitslose.

Als ich kurz vor der Einführung des Scheengener Vertrages (Schweiz-EU) im Stammkonditorei meines Vaters sass und die Süddeutsche Zeitung las, fand ich heraus dass rund 30‘000 Angestellte im Detailhandel und 300 Lehrlinge von Einkauftourissmuss aus der Schweiz abhängig sind. Die Angst war gross, dass der deutsche Staat die Besetzung an der Grenze zurückfahren würde, d.h. Zollstationen schliessen würde und die Präsenzzeiten verkürzen würde. Das Gewerbe an der Deutsch/Schweizer Grenze setzte sich durch, es blieb mehrheitlich alles beim alten.

Was für die Deutschen der Fluglärm und das Steuerflucht-Geld ist, ist für die Schweiz der Einkaufstourissmuss.

Fast Illusorisch ist die Hoffnung des Aarg. Gewerbeverbandes (AZ Artikel, 14.11.2012), dass die Deutsche Regierung eine Anhebung auf 250 Euro in Betracht zieht. Denn dann hätte sie wohl noch mehr Ärger aus dem Süden.
Auch heute könnte der Staat ohne grosse Mühe einen grossen Teil der MWST Rückführen einsparen, in dem man die Deutschen-Gesetze einhalten würde. Für die Schweizer Kundschaft wird auf Regeln verzichtet, welche für Exporteure und Importeure gelten. Die MWST Belege von Kaufland, Lidel und co. Währen nach Deutschemrecht nicht legal und dürften nicht Abgestempelt werden. Im Süden gelten andere Usancen als im Rest der BRD.

Zwar wird wohl der Bundesstaat mehr Geld haben, wenn man eine Freigrenze auf 100.— oder 250 Euro anheben wird, aber die Kommunen wie Waldshut-Tiengen massiv weniger Steuereinahmen aus der Gewerbesteuer. Ein Rückgang von nur 10% der Einkäufe wegen dieser Grenze, würde auch die Kommunen an der Grenze spüren.

Im Moment habe ich das Gefühl dass Deutschland Rosinen picken will und die Schweiz das nachsehen hat. Fluglärm, Bankgeheimnis, Einkaufturissmuss. Gerade zu eine Frechheit war die Idee, dass die Deutsche Schnellstrasse durch Waldshut auf Schweizerboden realisiert werden soll damit Waldshut geschont wird, wegen dem schweizerischen Einkaufstourismuss.

Die Schweiz muss die Verhandlungspostionen verbessern, Deutschland auch aufzeigen, dass auch Schweizer Schwarzgeld in der BRD haben und die auch danach suchen soll, die Deutschen Banken sollten auch eine Weissgeldstrategie einführen nicht nur die Schweiz. Eine Untergrenze von 100.— Euro ist zu beharren, respektive in die Verhandlungen aufzunehmen, gerade im Hinblick auf die Verhandlungen mit der Fluglärmdiskussion. Denn die Grenzorte haben den ganzen Verkehrstau, Abgase und Lärm zu ertragen.

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