Wer nicht mitbestimmt, über den wird bestimmt!

Nehmen Sie Ihre Rechte wahr!

Seit Jahren bin ich fast jeden Tag unterwegs und spreche mit Menschen „auf der Strasse“. Mich interessiert ihr Befinden, ihre Sorgen und Probleme. Ich bin unterwegs zu Fuss, mit dem Bus oder mit der Bahn,- nur selten mit dem Auto. Mein Ziel ist die Stadt, der Markt oder irgend eine Veranstaltung in der ganzen Schweiz.

Täglich kommen auf diesen Wegen fremde Menschen – irgendwo in der Schweiz – auf mich zu, begrüssen mich und schütteln mir die Hand. Sie freuen sich offensichtlich, mich persönlich zu sehen. Einige sind erstaunt, eine ganz „normale“, einfache Frau zu treffen... Sie loben meine politische Tätigkeit und machen mir Mut für die Zukunft. Das ist die „schöne Seite“ der Medaille und ich erhalte die Bestätigung, dass mein Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit und den Erhalt der direkten Demokratie in der Schweiz, richtig ist!

Es gibt aber auch eine andere Seite. Bei diesen spontanen Gesprächen erfahre ich die wirklichen Sorgen, Bedenken und Nöte der Menschen. Sie sprechen über psychische Schwierigkeiten, über einen drohenden „Burn-out“ und über Partner-Probleme. Aber auch über die ungebremsten Einwanderungsströme, über das besorgniserregende Asylwesen, über die steigende Kriminalität, Schlägereien, Diebstähle und Überfälle. Überfüllte Strassen und öffentliche Verkehrsmittel, steigende Bodenpreise und Wohnungsmieten. Auch über eine drohende Arbeitslosigkeit und ein befürchtetes abgleiten in die Armut. Eltern beklagen sich über Gewalt, Konflikte und Probleme in der Schule...

Die Menschen schätzen es ausserordentlich, mit mir offen und vorbehaltslos über diese Sorgen sprechen zu können. Das ist nicht selbstverständlich denn es ist fast eine Eigenart der Schweizerinnen und Schweizer, nicht über aktuelle Probleme zu sprechen! Elegant umgeht man diese und widmet das Gespräch dem Wetter, dem Sport, den Ferien oder dem Klatsch in den Medien... Viele Menschen getrauen sich auch nicht mehr zu sagen, was sie bedrückt. Nur ja nicht anecken,- immer „Mittelmass“ bleiben! Einige haben auch Angst, missverstanden zu werden oder bei anderen auf Ablehnung zu stossen. Wir wollen nach aussen hin immer perfekt erscheinen; für Sorgen und Nöte ist kein Platz!

Aber auch das politische Geschehen auf Landesebene bereitet den Menschen Sorgen: Laufend neue Richtlinien, Bestimmungen, Verordnungen und Gesetze. Sie schränken unsere Freiheit und unsere Volksrechte immer mehr ein. Dazu kommen ständig „Anpassungen“ an die EU, die Unterzeichnung internationaler Verträge usw. Wir müssen aufpassen, dass die gelebte Demokratie nicht an die Wand gefahren und erdrückt wird!

Doch nun die entscheidende Frage: Sind wir demgegenüber völlig machtlos? Müssen wir hilflos zusehen, wie vieles in der Schweiz „den Bach hinunter geht?“ Meine Antwort ist ein klares NEIN!

SIE können dank der direkten Demokratie, diesem einmaligen Grundrecht bestimmen, was in Ihrer Gemeinde, in Ihrem Kanton und in unserem Land geschieht! Diese Möglichkeit – in einem derartigen Ausmass – haben Menschen in keinem anderen Land der Welt! Und genau dort fängt es an: Bei Wahlen und Abstimmungen!

Es gibt aber auch in der Schweiz Bemühungen, welche unsere Volksrechte bewusst einschränken möchten. Für die Grossen und Mächtigen in unserem Land ist die einzigartige direkte Demokratie nicht immer angenehm...Ohne diese wäre für sie vieles einfacher. Ja, einfacher, aber sicher nicht besser, denn sonst hätten uns Nachbar-Staaten in vielen Bereichen längst überholt...

Als ich in der ehemaligen CSSR erstmals frei wählen konnte dachte ich nicht, dass ich später einmal in einem freien Land auf die Wichtigkeit von Wahlen und Abstimmungen aufmerksam machen muss! Viele glauben nämlich dass es nicht nötig ist, sich mit Politik zu beschäftigen. Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit schleichen sich ein. Die Wahlbeteiligung der Schweizer Bevölkerung ist ein gutes Beispiel dafür: Oft bleiben über 60% der Stimmberechtigten, den Wahlen und Abstimmungen fern: Also 40% entscheiden über 100% der Bevölkerung!

Viele vertreten auch die Meinung: „Die Politiker machen ja ohnehin, was sie wollen!“ Das stimmt leider z. T.- gerade wegen der geringen Stimmbeteiligung! Und wenn wir die Möglichkeit verpassen, mit unserer Stimme aktiv auf die Politik Einfluss zu nehmen, wird sich dieser unheimliche Trend noch verstärken! Und denken wir immer daran: Verlorene Rechte und Freiheiten später wieder „zurück zu holen“, ist praktisch unmöglich. Es ist nämlich mit unseren Rechten ähnlich wie mit der Gesundheit: Man schätzt sie erst, wenn man sie verloren hat!

Freiheit, Demokratie und Unabhängigkeit bekommen wir nicht gratis. Sie müssen ständig erkämpft und verteidigt werden. Wir wissen: Jeden Tag kämpfen und sterben Menschen auf dieser Welt, welche für ihre Freiheiten und Grundrechte kämpfen. Deshalb dürfen wir nicht gleichgültig werden und müssen unsere Rechte vermehrt wahrnehmen. Es hilft auch nichts, über verfehlte Politik zu schimpfen. Gehen Sie zu Wahlen und Abstimmungen und entscheiden Sie mit! Lassen Sie sich nicht alles gefallen und schon gar nicht, dass andere über Sie entscheiden! Nehmen Sie die Zügel selbst in die Hand. Denn SIE haben die Macht, etwas zu verändern oder eine unheilvolle Entwicklung in Ihrer Gemeinde, im Kanton oder in unserem Land zu stoppen! Deshalb mein Aufruf an Sie:

Wählen Sie eine Partei und eine Person, welche tatsächlich die Interessen der Bevölkerung und auch diejenige unseres Landes vertritt! Das ist heute leider nicht mehr selbstverständlich! Hinterfragen Sie kritisch die Absichten der Politiker. In unserem „Internet-Zeitalter“ können Sie diesbezüglich bequem einen Blick auf die Webseiten des Parlaments werfen (www.parlament.ch) und sich die Frage beantworten lassen: Wie haben die von mir gewählten Parlamentarier bei den einzelnen Sachgeschäften abgestimmt? Und waren sie bei den Abstimmungen überhaupt anwesend...?

Halten wir uns immer die alte Weisheit vor Augen: Wer nicht mitbestimmt, über den wird bestimmt! Entscheiden Sie also selbst. Ich danke Ihnen!

Veröffentlicht am 30. Oktober 2012 im "WILLISAUER BOTE"

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