Wo fertige Stühle aus der Erde wachsen

Einen Stuhl pflanzen und nach ein paar Jahren ernten. Die Idee, auch ganze Stuhlfelder anzulegen ist nicht neu. Normalerweise verbraucht man für die Herstellung eines Stuhls Energie: Man muss einen Baum fällen, zersägen, das Holz transportieren, nageln, leimen. Beim wachsen auf dem Feld dagegen entsteht Energie, allein dank Sonnenlicht und Erde. Das ist ökologisch und nachhaltig. So treffen sich Gleichgesinnte je einmal im Frühling und Herbst, um bei einem Fest ihre Stühle zu pflanzen, zu hegen und zu pflegen. Der fertig ausgewachsene Stuhl wird dann einfach unten an den Stuhlbeinen abgesägt.

Mit Hacke, Schaufel und mit bloßen Händen wühlen die "Dendrotekten" im Erdreich, bis der Schweiß rinnt und die Gummistiefel vor Dreck strotzen. In der Mitte werden die vier dicksten Stämme gesetzt, welche die Stuhlbeine bilden. Rund herum liefern weitere 8 bis 28 Bäumchen, je nach Stuhlmodell, das Material für die Sitzflächen und Lehnen. In zwei Jahren werden die ersten Stämmchen fest miteinander verbunden, um dann vereint weiterzuwachsen: Stuhlbauer brauchen Geduld.

Einige Stuhlbauer entscheiden sich für einen Stuhl aus Setzlingen der Vogelbeere, andere für einen aus Weisserle- oder Haselnusssetzlinge.

Auf einem großen Feld lässt sich auch ein 1000 Quadratmeter großer Saal mit Wänden aus Kastanienbäumen pflanzen. Dauert einfach etwas länger.

http://www.bernerzeitung.ch/region/gemeindeStuehle-die-im-Garten-wachsen/story/23277724

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