Wie bringt ein Stadtrat (Exekutive) seine Pflichten und Mandate unter einen Hut? (Unverträglichkeit des Amtes als Stadtpräsident mit einem Nationalratsmandat?)

Das Amt unseres Stadtpräsidenten ist ein verantwortungs- und anspruchsvolles Vollamt und wird dementsprechend honoriert. Ein Grossteil der Bevölkerung von Baden erhebt - wie auch wir - den Anspruch und vertraut darauf, dass der Ammann der Stadt mit ganzer Kraft und vollem Einsatz zur Verfügung steht.

Gleichzeitig sollen auch einem Stadtammann – quasi in seiner „Freizeit“ – kleinere Nebenbeschäftigungen nicht verwehrt sein. Insbesondere dann nicht, wenn sich daraus Synergieeffekte ergeben (wie beispielsweise bei der gleichzeitigen Ausübung eines Kantonsratsmandats). Irgendwo ist aber auch bei der stärksten Person der Grenzwert/Grenznutzen der Leistung erreicht.

Ein NR-Mandat braucht ohne Kommissionssitzungen mindestens 40% der Arbeitszeit (4x3 Wochen à 4 ½ Tage Sitzung + Vorbereitungszeit). Mit Kommissionen entsprechend mehr. Ohne Mitwirkungsmöglichkeit in den Kommissionen ist das NR-Mandat nicht viel wert. Auch für einen Stapi nicht!

Mehr als 140% kann auf Dauer ohne Gesundheitsschädigung (oder Qualitätseinbusse beim Output) niemand leisten. 40 % entsprechen in etwa der Kapazität der beiden wöchentlichen arbeitsfreien Tage eines 100%-Pensums.

Das heute gültige Besoldungsreglement der Stadt Baden regelt die zeitliche Belastungsgrenze nicht. Im Zeitalter der sich häufenden „Burn-out“ Syndrome und „Absenzitis“-Enthüllungen eine Unterlassungssünde!

Neben den finanziellen Aspekte der Nebenbeschäftigungen gilt es - meiner Meinung nach - die zeitliche Beanspruchung mindestens genau so stark zu beachten.

Wir Badener wollen einen Stadtammann der sich mit voller Kraft für unsere Stadt einsetzt!

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