Gute Nachrichten nicht der Rede wert? Menschen mit Behinderung werden zur Kasse gebeten, ein Umdenken ist gefordert!

Als die Invalidenversicherung (IV) sehr defizitär war, füllte das Thema ganze Seiten in den Zeitungen. Nun schreibt die IV jedoch wieder schwarze Zahlen und die Zeitungen bringen gerade mal eine kurze SDA-Meldung. Dabei wäre es für die LeserInnen interessant zu erfahren, dass es eine Trendwende gegeben hat und insbesondere die Massnahmen der 5. IV-Revision in einem deutlichen Masse Wirkung zeigen. Die Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt funktioniere laut IV gut, die Neurenten gehen laufend zurück. Dass auf Grund der strengeren Zugangsbestimmungen auch weniger Neuanmeldungen erfolgen, bleibt allerdings unerwähnt.

Anstatt die Erfolge der letzten Revisionen nüchtern auszuwerten und den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, ist es offenbar wünschenswerter, an der nächsten IV-Revision zu flickwerken, bei der dann alle IV-RentnerInnen egal mit welcher Behinderung Einsparungen werden hinnehmen müssen. Aktuell hat die Sozial- und Gesundheitskommission des Nationalrates den Vorschlag des Bundesrates noch verschärft und entlarvt die aktuelle Politik: Die IV ist langsam aber sicher nicht mehr eine Versicherung für die individuellen Risiken der Bürgerinnen und Bürger, sie wird zur Versicherung des Bundes gegen das Risiko der Invalidität der Menschen. Es ist dringend ein Umdenken gefordert hin zu wieder mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Sozialneiddebatten dürfen den sozialen Kitt der Gesellschaft nicht zerstören.

5 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.