Fluglärmteppich Ostaargau - St. Florians Politik

Nach Abschluss des Staatsvertrags zwischen Deutschland und der Schweiz im Juni 2012 geht es dar-um, die von Deutschland an die Schweiz „zurückdelegierten“ Landungen innerhalb der Schweiz zu verteilen. Die Diskussion ist im vollen Gange, wir Ostaargauer müssen aus dem Dornröschen-Schlaf erwachen und uns in die Debatte einbringen.
Am 26. September schreibt die Neue Zürcher Zeitung, dass der Kanton Aargau gemäss Aussagen des Projektleiters des Departementes Bau, Verkehr und Umwelt, Martin Plüss, kompromissbereit sei und nötigenfalls auch zusätzliche Starts gegen Westen übernehmen würde. Diese Aussage muss uns in der Region Mutschellen/Rohrdorferberg aufschrecken. Weshalb?

Bild der Flugspuren an einem beliebigen Tag:

Aus der obigen Grafik können unter anderem zwei Dinge abgelesen werden. Erstens erfolgen bereits heute fast alle Starts über den Ostaargau, unserem Wohngebiet. Zweitens lohnt sich ein Blick auf den Pfannenstil sowie die beiden Zürcher Seeufer. Auf der obigen Karte sind diese Flächen mehrheitlich weiss, also wenig belastet. Trotzdem herrscht vom Pfannenstil und von der sogenannten Goldküste her vehementer Widerstand der Bevölkerung. Sie wollen unter keinen Umständen zusätzliche Fluglärmbelastungen übernehmen. Das ist grundsätzlich legitim. Dabei muss man aber beachten, dass derzeit lediglich 10% der Landungen (und praktisch keine Starts) über dieses Gebiet erfolgt. Ausserdem sind Landungen um ein mehrfaches leiser als Starts. In den vergangenen Zürcher Abstimmungen über den Ausbau des Flughafens und des Flugverkehrs haben genau diese Gemeinden den Vorlagen deutlich zugestimmt. Nun gilt es auch einen Teil der Konsequenzen zu übernehmen. Der Kanton Zürich versucht einseitig die Lärmbelastung in die anderen Kantone, insbesondere Aargau und Thurgau abzuschieben und die eigene Bevölkerung zu schonen.

Die Bevölkerung im Ostaargau ist sicher bereit, einen Teil des Fluglärms zu übernehmen, das tun wir bereits heute. Nun geht es aber darum, das Nutzniesser- und Verursacherprinzip zu berücksichtigen und den Zürcher Süden ebenso in die An- und Abflugplanung miteinzubeziehen.
Die Aargauer Bürgerbewegungen – allen voran die IG-BREGO – hat seit 2005 in Zusammenarbeit mit der Aargauer Regierung eine Haltung erarbeitet, welche die unfaire und unrealistische Forderung „möglichst wenig Menschen mit möglichst wenig Flugverkehr zu belasten“ kontert. Für eine direkte Demokratie wie der Schweizerischen ist es Gift, wenn sich Politiker bis nach Bern dazu hinreissen lassen, Minderheiten zu Gunsten der verursachenden Mehrheit auszusondern und ungeniert zu belasten. Wir müssen den Druck auf die eigene Regierung und unsere Vertreter im Grossen Rat aufrecht halten. Keine Kompromisse zu unseren Lasten, welche einseitig den weissen Flächen auf der Grafik entgegen kommt.

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