Nagra – so nicht!

Offiziell prüft die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) sechs Standortregionen: Benken (Zürich Nordost), Nördlich Lägern (AG/ZH), Bözberg/Jura Ost (AG), Südranden (SH), Jurasüdfuss (AG/SO) und den Wellenberg (NW/OW). Gemäss einem internen Dokument, das die «SonntagsZeitung» gestern veröffentlicht hat, hat die Nagra aber bereits eine Auswahl getroffen. In dem vertraulich klassifizierten «Bohrprogramm» sind Benken als Tiefenlager für hoch radioaktive Abfälle und der Bözberg als Standort für schwach und mittelradioaktive Abfälle vorgesehen. Gar nicht mehr erwähnt werden der Wellenberg und der Jurasüdfuss. Auch wenn die Nagra beteuert, es handle sich nur um ein Szenario von vielen, ist das Vertrauen dahin. Dieses Vorgehen ist ein Schlag ins Gesicht der Regionalkonferenzen, die offensichtlich bloss eine Alibiübung sind. Der Bevölkerung wurde ein Verfahren vorgegaukelt, das fair, transparent und ergebnisoffen sein würde. Das ist, wie sich nun zeigt, nicht der Fall. Der Zürcher Geologe Marcos Buser, der im Juni unter Protest aus der Eidgenössischen Kommission für Nukleare Sicherheit (KNS) ausgetreten ist, spricht in einem Interview mit Thomas Knellwolf in der Basler Zeitung Klartext: „Diese Doppelagenda (die Öffentlichkeit darf breit mitdiskutieren, aber insgeheim ist alles entschieden.) zerstört jede Glaubwürdigkeit. Das ist ein Drama. Es geht um Versprechen, die man nicht einhält. In den Standortregionen ist nun der Teufel los. Die Anwohner dort sind doch keine Hampelmänner.“ Am Mittwoch, 10. Oktober 2012, findet von 12.00 - 13.00 Uhr vor dem NAGRA-Sitz an der Hardstrasse 73 in Wettingen eine Demonstration statt!

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