Die Staatskasse und der Sinn von Bussen – eine sinnlose Diskussion

Natürlich ärgere ich mich auch, wenn ich eine Busse bekomme. Dass man sich über eine Busse ärgert, ist deren Sinn. Sonst nützt sie ja nichts.

Noch mehr als eine Busse ärgert mich aber, wenn jemand seinen persönlichen Bussenärger unbedingt öffentlich machen muss. Momentan ist dies wieder in Mode. Begriffe wie "Abzocke" und "Willkür" werden dann bemüht – nach dem Motto: "Bussen sind richtig, aber in meinem Fall ist es nicht gerechtfertigt…".

Ob das etwas mit dem Hang zu populistischen Aussagen im Wahlkampf zu tun hat? Auf jeden Fall sind die Menschen keine unschuldigen Schafe: Wenn es in einer Stadt oder nur schon in einem Quartier keine scheinbar schikanösen Parkbussen mehr gäbe, wäre das Quartier in kürzester Zeit chaotisch zugeparkt. Die Anwohner würden sich bedrängt fühlen und sich zu wehren beginnen – und ganz sicher nach den Behörden schreien.

Eine Gesellschaft braucht halt Regeln. Und zu schnell ist zu schnell, nicht nur vor dem Kindergarten, sondern auch auf einem übersichtlichen Autobahnzubringer und auf einer abfälligen Strasse (um nur zwei Ausreden aus Leserbriefen zu nennen…).

Die Polizei muss für Sicherheit sorgen, aber eben auch für Ordnung. Wenn diese verloren geht, sind wir irgendwann auch nicht mehr sicher.

Das klingt vielleicht altmodisch. Vor dreissig Jahren sprach man von der "antiautoritären Erziehung". Sie wollte, vereinfacht gesagt, den Kindern keine Regeln mehr setzen. Sie gilt heute als altmodisch und wird belächelt. Und genau diejenigen, die am lautesten darüber lachen, fühlen sich jetzt durch die Bussen ihrer Freiheit beraubt.

Halten wir uns doch zwei Wochen vor den Wahlen an Themen, die uns wirklich bewegen – und halten wir uns vor allem an die Regeln. Dann quillt auch die Staatskasse nicht vor Bussen über…

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