Unsichere Zukunft für die Bauern

Im internationalen Vergleich nutzen unsere Bauern ihren
Boden ökologisch und nachhaltig. Doch durch den Druck
der Globalisierung und Marktöffnung spitzt sich die Situation
beständig zu. Schlimmstenfalls ist die Schweiz durch
die WTO-Verhandlungen von einem Ertragsverlust von
drei Milliarden Franken betroffen. Mit Umsetzung der
Agrarpolitik 2011 wird das Sektoreinkommen – die Summe
aller Einkünfte im landwirtschaftlichen Erwerb – für
die Bauern um 25 Prozent geringer. So ist der Bauernstand
als Ganzes gefährdet.

Es bleiben nur folgende vier Möglichkeiten:

Vergrössern, Spezialisieren, Nebenerwerb oder
Ausstieg. Wir verlangen eine neue Landwirtschaftspolitik,
die den Bauern das Überleben, den Konsumenten die
einheimische, gesunde Nahrung und der Landschaft die
Pflege sichert. Wir wehren uns entschieden gegen ein
Agrarfreihandelsabkommen mit der EU!

Ich bin für eine einheimische produzierende Landwirtschaft

Die multifunktionale Landwirtschaft erbringt über die
Nahrungsmittelproduktion und die dezentrale Besiedelung
hinaus zahlreiche Leistungen, die nicht in Franken und
Rappen zu messen sind. Unsere produzierende Landwirtschaft
bietet die effizienteste und günstigste Möglichkeit für
die Erhaltung einer vielfältigen und gut strukturierten Kulturlandschaft.
Niemand sorgt fachgerechter und günstiger
für einen vernünftigen Schutz der Natur als ein gesunder
Bauernstand. Zudem bilden die Bauern eine wichtige Basis
für freiheitliches Denken, unternehmerisches Handeln,
familiäres Zusammenarbeiten sowie für die Pflege unseres
ländlichen Kulturgutes.

Wir von der SVP engagieren uns für eine
eigenständige Landwirtschaftspolitik und eine höhere Ernährungssouveränität.
Wir setzen uns dafür ein, dass Leistungen,
welche die Landwirtschaft für die Allgemeinheit erbringt,
abgegolten werden. Wir fordern den haushälterischen
Umgang mit dem landwirtschaftlichen Kulturland, im Speziellen
den Erhalt von ausreichenden Fruchtfolgeflächen.
Ersatzvornahmen von Wald und Ökoflächen auf landwirtschaftlichem
Kulturland werden nicht mehr akzeptiert.

Was sind unsere Standpunkte damit die Schweiz wieder über eine gesunde Landwirtschaft verfügt?

Die SVP fordert in ihrem Parteiprogramm

-fordert vom Bundesrat den Abbruch der Verhandlungen mit der EU
über ein Agrarfreihandelsabkommen;

-will die Schweizer Verhandlungsdelegation verpflichten, die Landwirtschaft
sowie die Nahrungsmittel bei den WTO-Verhandlungen
auszuklammern und den Zielen der Doha-Runde entgegenzutreten;

-unterstützt die privatrechtliche Mengensteuerung durch die Milchproduzenten
als Massnahme gegen den dramatischen Preiszerfall;

-verlangt eine Revision des Raumplanungsgesetzes für den ländlichen
Raum, um die vorhandene Bausubstanz vollumfänglich und flexibler
nutzen zu können;

-setzt sich dafür ein, dass der knappe landwirtschaftliche Boden
nicht der Renaturierung von Fliessgewässern oder der Ausdehnung
von Waldfläche geopfert wird;

-ruft Bundesrat und Parlament auf, Massnahmen zur Förderung
dezentraler und multifunktionaler Betriebe zu treffen, statt
«Sterbeprämien» für die Bauern bereitzustellen;

-wehrt sich gegen neue Richtlinien und Vorschriften im Tier-,
Gewässer- und Umweltschutz, die zu höheren Kosten und
administrativen Erschwernissen führen;

-kämpft für die Investitionssicherheit, indem die nach neusten
Erkenntnissen realisierten Bauten und Einrichtungen mindestens
30 Jahre lang nicht verändert werden müssen;

-befürwortet die Förderung von Viehwirtschaft, Viehexport und
Aufzucht von Jungvieh zur Stärkung der Grünlandbetriebe
vor allem im Hügel- und Berggebiet

Adrian Spahr, Lengnau BE

Quelle: SVP-Parteiprogramm
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