Eine komische Sache mit den Gesundheitskosten - Bei einer "nur" moderaten Erhöhung jubeln wir beinahe schon.....

So weit sind wir schon gekommen, dass wir bei einer moderaten Erhöhung der Krankenkassenprämien um durchschnittlich 1.5% im kommenden Jahr beinahe jubeln. In anderen Bereichen fangen wir schon bei marginaleren Preiserhöhungen in Fahrt zu kommen. Bei den Krankenkassenprämien hingegen scheint die permanente jährliche Erhöhung vorprogrammiert zu sein. Dass dabei schon bei jedem dritten Prämienzahler der Staat und die Kantone mit Prämienverbilligungen unter die Arme greifen müssen, scheint uns auch nicht weiter in Wallung zu versetzen. Die bekannten Fehlanreize im Gesundheitswesen will jeweils eine Mehrheit der Stimmbürger nicht beseitigen und so bezahlen wir in der Schweiz in einigen Bereichen tagtäglich für ein Überangebot. In einem Pressekommentar las ich die Forderung, doch die Prämienverbilligungen für alle zu streichen, um den Druck auf alle Beteiligten zu erhöhen, endlich notwendige Reformen mehrheitsfähig zu machen. Auf den ersten Blick schien mir die Idee zu radikal zu sein, doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Sympathie gewinnt dieser Vorschlag. Nicht weil ich die ärmeren Bevölkerungsschichten bestrafen möchte, sondern um den Leidendsdruck für alle Beteiligten endlich zu erhöhen. Niemand bestreitet die gute Qualität in unserem Gesundheitswesen, doch diese bezahlen wir zu teuer, weil wir beispielsweise im Spitalbereich ein Überangebot finanzieren und weil eine politische Mehrheit um Fehlanreize zu beseitigen an den Partikularinteressen der verschiedenen Akteure immer wieder scheitert.

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