Jede Strategie und Zukunftsvoraussage ist spekulativ - auch die Energiestrategie 2050

Die Kritik an der Energie-Strategie des Bundesrates ist zu heftig. Vor allem der Vorwurf von spekulativen Annahmen ist mit Blick auf den Zeithorizont bis 2050 absurd. Jeder Blick in die Zukunft – und sei es „nur“ auf den morgigen Tag – ist ein spekulativer. Niemand – oder eine sehr geringe Zahl von Menschen – ist in der Lage die Zukunft vorauszusehen. Bei einem Projekt, welches beinahe 40 Jahre vorausschaut, können Szenarien und Voraussagen nur spekulativ sein. Mit den Daten von heute und gestern werden Zukunftsszenarien gemalt. Dies ist bei jeder Strategie so. Gesicherte Daten für die Zukunft existieren ganz einfach nicht und dies ist nach meinem Empfinden auch gut so.

Gestern haben wir die Frage nach dem Atomausstieg mit Ja beantwortet und wer A wie Ja sagt, der muss auch B sagen. Der Bundesrat hat zu diesem Entscheid konkretere Lösungsansätze geliefert. Dass diese über einen Zeitrahmen von 30 Jahren noch nicht bis in alle Details konkretisiert sind, ist ebenfalls nachvollziehbar. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die ökologische Steuerreform in der Energiestrategie des Bundesrates elementarer und früher umgesetzt wird. Auch beim Verkehr scheint mir die Stoßrichtung noch sehr mutlos zu sein. Trotzdem sind positive Ansätze in der Energiestrategie erkennbar und schlussendlich wird es bei den detaillierten Vorlagen in einem schweizerischen Kompromiss enden.

Die Fünfer und Weggli Mentalität hingegen, müssen wir nun ablegen. Der Atomausstieg ist nicht gratis zu haben. Wenn wir die erneuerbaren Energie fördern wollen und auch müssen, braucht es beim Naturschutz den notwendigen Pragmatismus. Auch sollen die Atomenergiebefürworter endlich aufhören, die erneuerbaren Energien zu marginalisieren. Ohne Anschubfinanzierungen in der Forschung und Entwicklung und weitere staatliche Zugeständnisse bei der Risikohaftung wie auch bei der Endlagerung wäre die Atomenergie nie so günstig, wie sie heute ist. Für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und damit den Ausstieg aus der Atomenergie müssen wir alle Opfer bringen, doch scheint mir dies mit Blick auf die Alternativen der vernünftigste Weg zu sein. Natürlich ist auch diese Aussage mit Blick auf die Zukunft spekulativ.

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