Innovation fördern - Durch mehr Unterstützung für Start-Ups!

Die Schweiz ist weltweit für ihre Innovation, Sicherheit und für ihr hohes Wissen in Technologien bekannt. Die Uhrenindustrie ist in dieser Hinsicht symbolisch für unsere exakte Produktion auf höchstem Niveau. Schon lange liefert zum Beispiel die RUAG nicht nur Rüstungsgüter für die Armee, sondern forscht und produziert auch im Bereich der Luftfahrt(technik) und liefert zum Beispiel auch wichtige Komponente für die Satellitentechnik, welche mit höchster Genauigkeit und enormen Wissen mit hohem Aufwand produziert werden müssen.

Es leuchtet eigentlich jedem ein, dass ein kleines Land wie die Schweiz mit wenigen bis praktisch keinen Bodenschätzen kein Standort für eine Massenproduktion sein kann. Wir sind kein Erdöl-Lieferant und bei uns kann man auch keine Kohle abtragen. Die Fläche für eine Massen-Industrie in der Landwirtschaft haben wir nicht. Qualität statt Quantität ist in der Schweiz das Motto.

Mit diversen weltweit führenden Forschungs -und Bildungsstandorten wie dem CERN oder der ETH wird diese Qualität laufend gefördert und weiter entwickelt und unser Know-How wird erweitert. Auch im Bereich der Wirtschaft ist die Schweiz weltweit führend. Wir gehören zu den wohlhabendsten Länder der Welt, unsere Wirtschaft hat sich als äusserst stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote ist relativ tief (momentan bei 2.7%), wir haben eine sehr gute (Aus)Bildung und sehr hohe Löhne. Währenddem ein(e) Serviceangestellte(r) im Ausland mit 1'500-2'000 Euro auskommen muss, verdient man in der Schweiz je nach Branche zwischen 3'500 und 6'000 Franken. Demnach sind auch die Lebenskosten sehr hoch, wir sind eine Hochpreisinsel.

Im internationalen Vergleich sind auch unsere Steuern sehr tief. Gerade die Unternehmenssteuern sind (mit leicht unter 20% im Schnitt) sehr tief, besonders im Vergleich zu den umliegenden Länder Deutschland, Frankreich und Italien, wo diese weit über 30% liegen. Dies lockt natürlich neue Unternehmen an, was wiederum neue Arbeitsplätze und höhere Steuereinnahmen schafft. Manche Gemeinden haben sogar mit einem zu hohen Einwanderungsdruck neuer (besonders internationaler) Firmen und Einwanderer zu kämpfen, da durch das Wachstum (neue Firmensitze, neue Wohnquartiere, mehr Infrastruktur wie Strassen und ÖV, Ausbau der Schulen, usw.) ihre letzten freistehenden Flächen überbaut werden. Dies ist leider die negative Seite - eigentlich ein Luxusproblem, in manchen Länder müsste man heutzutage zufrieden sein überhaupt einen Job zu erhalten und die Regierung müsste zufrieden sein, wenn die Wirtschaft zumindest nicht weiter ins Bodenlose fallen würde.

Es ist daher in der Theorie äusserst schwierig, ein neues Schweizer-Unternehmen zu gründen - Die Konkurrenz ist gross (das Ausland produziert oftmals bedeutend billiger und ist daher konkurrenzfähiger), die Anforderungen sind hoch (folgedessen muss die Dienstleistung oder das Produkt extrem hochwertig sein, sprich: Es muss den hohen Preis wert sein) und es muss schnell ein Wachstum erfolgen, da sonst die hohen Produktionskosten (welche in der Schweiz schlicht und einfach ein Fakt sind) nicht gedeckt werden können.

Um die Innovation zu fördern gibt es diverse Massnahmen: So kann man zum Beispiel die Steuern senken, um Betriebe anzulocken und um die Kaufkraft der Konsumenten zu erhöhen. Weiter braucht es dringend ein Gesetzes -und Regulierungsabbau, denn viele Unternehmen mussten in den letzten Jahren ihre Verwaltung gehörig ausbauen, da sie unter der immer weiter ansteigenden Gesetzesflut (Energievorschriften, Denkmalschutz, Arbeitnehmerschutz, Sicherheitsbestimmungen, Kontrollen, usw.) leiden.

Im Hinblick darauf, dass Personen ihre Geschäftsideen verwirklichen können benötigt es aber auch andere Massnahmen. Heutzutage kann man im Internet kinderleicht Anleitungen finden, wie man sein eigenes Unternehmen gründet kann und was es dazu benötigt. Hat man seine Geschäftsidee erst einmal konkretisiert, so gibt es diverse Investoren, welche die innovativsten, vielversprechendsten Geschäftsideen und Start-Ups finanziell unterstützen. Diese Wettbewerbe sollten auch stärker vom Bund finanziert werden, denn meistens klemmt es nicht bei den Ideen, sondern beim Geld. Für ein Unternehmen braucht es schlicht und einfach ein gewisses Startkapital, mit welchem das Unternehmen aufgebaut werden kann (Werbung, erste Produkte produzieren, Kontakt zu Kunden, später einen Firmensitz/ein Geschäft).

Sollten sich aber keine Investoren finden lassen, kann man aber auch einen anderen Weg einschlagen - "Crowd-founding" durchlebt einen Hype. So kann man (wieder im Internet) sehr leicht seine Idee an eine breite Masse bringen und Interessenten können für diese Idee spenden und erhalten im Gegenzug zum Beispiel das Produkt zu einem Spezialpreis. Eine Plattform dafür ist zum Beispiel kickstarter.com Dieses System des Spendens wird heute übrigens auch in der Filmproduktion eingesetzt - Durch eine direkte Nachfrage für ein ganz konkretes Produkt oder eine konkrete Dienstleistung können die Menschen spenden, was einer Aussage gleich kommt "wenn es dies und das geben würde, würde ich es kaufen." So kann relativ schnell abgeleitet werden, ob eine Geschäftsidee erfolgreich sein kann oder nicht. Wenn wir kurz bei kickstarter bleiben, so stossen wir zum Beispiel auf jemanden, der ein iPhone-Dock entwickelt hat. 12'521 Personen hat diese Idee (und deren Ausführung) regelrecht fasziniert und sie haben zusammen knapp 1.5 Millionen Dollar gespendet, damit das Produkt in die Massenproduktion gehen kann.

Ein sehr gutes Beispiel eines innovativen Start-Ups eines guten Kollegen von mir ist zum Beispiel www.öffnungszeiten.ch / www.facebook.com/oeffnungszeiten.ch Die Schweiz hat bekanntlich staatlich geregelte Öffnungszeiten und kein 24/7 Betrieb, wie die USA. Daher gehen jährlich mehrere hunderttausend Google-Suchanfragen bezüglich der Öffnungszeiten von konkreten Läden ein. Öffnungszeiten.ch sammelt diese Daten separat und listet sie übersichtlich auf. Für Unternehmen ist dies attraktiv, da der Kunde so den Standort aller Filialen und deren Öffnugnszeiten übersichtlich aufgelistet bekommt und (in Planung) auch eine Wegbeschreibung dorthin erhält. Die Geschäfte können nach Namen, Ort oder Branche (zum Beispiel: Schuhe, Biel/Bienne) abgefragt werden. Diese Funktion kann auch als Funktion in die eigene Webseite eingebaut werden. Diese Funktionen sind gratis, grosse Ketten werden automatisch abgeglichen. Zusätzlich gibt es natürlich die Möglichkeit zum Sponsoring wie beispielsweise auf Google. In Kürze wird auch eine Gratis-App verfügbar sein.

Um die Gründung von solchen Start-Ups zu erleichtern und somit die Wirtschaft und Innovation zu fördern sollten die genannten Massnahmen (vergleiche oben) in Angriff genommen werden. Die bürokratischen und finanziellen Hürden um ein Unternehmen zu gründen und zu unterhalten müssen sinken.

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