Es regiert für sie: Der Verhältnisblödsinn

Es sieht so aus als würde in der Schweiz nur noch Kleinkariertheit, Dilettantismus und Verhältnisblödsinn regieren…

Beispiel 1: Integrationsgesetz

Wir schicken also alle in einen Sprachkurs – für mich ist das billig und noch schlimmer, eine einzige Heuchelei. Wir könnten nämlich sowas nur verlangen, wenn wir selbst alle 4 Landessprachen beherrschen würden. Klar kommen jetzt einige angerannt und sagen: “Aber man sollte wenigstens 1 Landessprache können.“ – Einige bringen nicht mal das auf die Reihe, denn Schwiizerdüütsch ist keine Sprache sondern lediglich ein Dialekt.
Dabei wäre die Lösung für so viele sprachliche Barrieren ganz einfach; man könnte kurzerhand Englisch als 5 und übergreifende Sprache einführen und diese hauptsächlich an Schulen vermitteln und lernen.
So wäre ich dann in der Lage sowohl mit den Romands, wie auch mit den Tessinern zu sprechen und da es für alle von uns ‘Neuland‘ wäre ist es auch wesentlich fairer.
Ein weiteres Plus ist der Vorteil für unsere Kinder in der Berufswelt – ist uns die Zukunft unserer jungen so dermassen egal, nur wegen ‘Tradition‘? Etwas Tradition ist gut und recht aber man sollte merken wann es sinnvoll ist und wann es einfach nur behindert. Warum hat man z.B. die Reisläuferei verboten? War ja schliesslich auch Tradition – und wo wir grad da sind, warum will man mit aller Kraft private Sicherheitsfirmen verbieten? Wir waren doch selbst einst ein Volk von (recht erfolgreichen) Söldner, warum hört man hier nichts von unserer geliebten Tradition?

Beispiel 2: Justizunfähigkeit

Der ‘Heiler‘ von Bern, wer würde es glauben, ist auf freiem Fuss und kann sich unbehelligt bewegen. Versäumen Sie es hingegen eine Parkbusse zu bezahlen geht es nicht lange und es flattert ein Strafbefehl ins Haus in welchem sofort mit Gefängnis gedroht wird.
Vielleicht müssen wir einfach die Gewaltverbrechen budgetieren damit sich hier mal was tut, bei den Bussen scheint das ja zu klappen. Wie man Einnahmen aus Bussen budgetieren kann ist mir sowieso ein Rätsel, das endet doch nur in einer verbissenen Jagd auf die motorisierte Bevölkerung da man jeweils bei Quartalsende die Kohle haben muss. Willkommen bei der Kleinkariertheit, der gesunde Menschenverstand wird dann ganz schnell über Bord geworfen und so lässt es sich auch viel einfacher eine Busse ausstellen und sei dies nur weil man in eine Bretzel beisst.
Gerade das Strafmass im Strassenverkehr ist inkonsequent und schlicht nur noch lächerlich – ich darf nicht in eine Bretzel beissen aber rauchen ist kein Problem. Viele würden am liebsten auch Freisprechanlagen verbieten aber sehen keine Probleme mit einem Beifahrer. Konsequenterweise müsste man aber genau dies auch verbieten, nur um nachher von der Weltretterfraktion angemacht zu werden warum man für seine 79,2 Kilogram 1,5 – 2,5 Tonnen Stahl, Kunststoff und einige weitere Baumaterialien beansprucht.
Wussten Sie, dass das anbringen eines Blendstreifens am oberen Rand der Windschutzscheibe verboten ist? Ein Baseball-Cap hingegen ist kein Problem obwohl dies ähnlich, wenn nicht sogar mehr der Sicht beeinträchtigt. Wahrscheinlich ist die Regelung aus Angst, dass wir den Gripen nicht kriegen und deshalb bald die Tiger vom Himmel fallen – die muss man dann schliesslich sehn um ausweichen zu können.
Das falsche anbringen eines Navis ist auch strafbar – aber unsere Gesetzgeber bringen es partout nicht auf die Reihe zu beantworten wo es denn legal ist. Man bewirbt Duftbäumchen immer noch als guten Begleiter am Rückspiegel aber auch das ist verboten und auch Gott darf nicht mehr mitfahren, denn der Rosenkranz am Rückspiegel geht ebenfalls nicht. Ok, hier drückt die Polizei ein Auge zu – aber bei Quartalsende würd ich das Zeug trotzdem weg nehmen, denn das Budget ist wichtiger als gesunder Menschenverstand.
Auf neue Technologien wie head-up display gehen wir gar nicht erst ein, es ist unschwer zu erkennen, dass ein Gesetz aus den 60ern da masslos überfordert ist.

Zurück zu den richtigen Verbrecher – erinnern Sie sich noch an den Ausbruch von Basel? Da brachte es eine Gruppe Häftlinge fertig durch eine Wand in ein benachbartes Haus zu brechen und dann zu verschwinden. Der Mieter der Wohnung hat darauf aufmerksam gemacht, dass es eigenartige Geräusche aus der Wand hört – wer kann da nicht 1 und 1 zusammen zählen – besonders da es dasselbe Muster in der Vergangenheit schon gab?!
Wenn das ein Film wäre würde man sich als erstes darüber ärgern wie unrealistisch das Verhalten der Aufsicht wäre – aber bei uns passiert sowas tatsächlich! Mir persönlich wäre es da unwohl, aber zum Glück haben wir gute Filmemacher in der Schweiz die dann eine Doku über die Insassen eines Gefängnisses drehen um uns diese ‘missverstandenen Wesen‘ näher zu bringen. Spätestens wenn dann deren ehemalige 1. Klasse Lehrerin eine Zeichnung in die Kamera streckt ist es für mich gelaufen, ich empfinde Empathie und hätte auch keine Angst wenn so einer eines Nachts durch meine Decke bricht.

Beispiel 3: Profilierungsneurose

Uns droht eine einzige Verbote-Flut, das nächste Feindbild ist der Raucher und so rückt man diesem etwas auf die Pelle bis man dann irgendetwas anderes findet was uns tötet. Steuern auf gewisse Lebensmittel zum Beispiel!
Ich fände das super, denn so könnte man wieder mehr Arbeitsplätze schaffen – Das erste Land mit einer Ernährungspolizei! Ein Rayonverbot gibt’s dann nicht mehr für gewalttätige Fussballfans sondern für McDonalds Besucher wegen Gewalttätigkeiten gegen den eigenen Körper. Bei Zuwiderhandlung wird ein Essplan verhängt und man kriegt einen Bewährungshelfer welcher beim Futtertrog schmiere steht und alles peinlich genau kontrolliert.

Dieser Weg würde uns auch direkt in die Prohibition führen, Alkohol würde als Tabu gelten und dies kann ja eigentlich nur eine Win-Win Situation sein, denn so würden sich Blancho und seine IZRS-Jünger nicht mehr länger in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen – mimimimimi.

Es gäbe noch so viel zu verbieten, ich weiss gar nicht wo anfangen bzw. aufhören; laute Musik oder ganze Genres denn wenn man einigen Leuten zuhört könnte man meinen, dass gewisse Musik einen direkten Einfluss auf kriminelle Aktivitäten hat. Überkommt Sie etwa nicht auch immer der unabdingliche Drang Kirchen anzuzünden wenn Sie Heavy-Metal Musik hören? Oder wenn sie aus Versehen eine Radiostation wählen die Hip-Hop spielt, wollen Sie dann nicht direkt eine Gang gründen? Mir geht das jeweils so – ganz ehrlich! Aber bevor wir so radikal werden wird als erster Schritt eine Lautstärken-Obergrenze gesetzt – denn die Salamitaktik scheint in Mode zu sein (sieht man beim Beispiel Raucher – zum Glück nicht erfolgreich).

Extremsportarten verbieten wir dann auch, es könnte ja jemand wissentlich und in seiner eigenen Kapazität zu Schaden kommen!
Eigentlich, wenn ich so darüber sinniere, sollten wir das Leben verbieten, denn es endet ja immer nur im Tod, ausschliesslich.

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