Werden unsere Kinder ungesund ernährt, überfüttert, oder wie erklärt sich diese Zunahme von übergewichtigen Kindern in den letzten 20 Jahren?

: Augenfällig ist der enorme Anstieg an Übergewicht und Fettleibigkeit innerhalb der letzten 20 Jahre. Vergleicht man die Resultate der vorliegenden Studie mit den Daten aus den Jahren 1960 und 1980, ist der Körperfettanteil der Kinder um mehr als 50 Prozent angestiegen. Heute leben dreimal so viele übergewichtige Mädchen und Jungen in der Schweiz wie Mitte der Achtziger, und die Anzahl der fettleibigen Kinder hat sich gar versechsfacht. (Quelle: ETHZ)

Wir stimmten wieder einmal über das Passivrauchen ab und wie schädlich dies ist.

Aber wie sieht es bei der Gesundheit unserer Kinder aus? Sie rauchen zwar nicht aber essen dafür ungesund.

Die Krankheitskosten von Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen haben sich seit der letzten Untersuchung im 2004 von 2.6 Milliarden auf 5.8 Milliarden Franken (Stand 2006) pro Jahr verdoppelt - und heute? Die Folgekosten allein von Kinderadipositas werden auf 2.5 Milliarden Franken pro Jahr beziffert! Zudem werden jährlich 20 Millionen Franken gegen das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt.

ÜBERGEWICHT schon bei 6-15-jährigen! Ich denke, dass auch hier etwas getan werden muss und zwar von den Eltern, die vielleicht noch für Passivrauchen waren, aber selber ihren eigenen Kindern zu wenig Achtung schenken, im Bezug auf ihre Gesundheit.
Die Zahlen bestätigen, dass jedes 5. Kind bei uns übergewichtig, also fettleibig, ist.

Übergewicht bei Kindern führt längerfristig zu:

  • Knochen-, Gelenk- und Muskelproblemen
  • Stoffwechselstörungen
  • Herz- und Gefässkrankheiten
  • usf.

Dass eine Form von Bewegungsförderung und Ernährungsumstellung ab dem Kleinkindesalter nicht erst bei bestehendem Übergewicht geschehen muss, ist unumstritten.
Ohne zu übertreiben, ist es eine Pflicht jedes Elternpaares zu sorgen, dass ihr Kind gesund ernährt wird. Und zwar nicht durch Süssigkeiten und Fastfood, oder gar vegetarisch!

Dies können sie später auf eigene Verantwortung tun. Dazu haben wir in der Schweiz genügend Auswahl an gesunden Nahrungsmitteln im Angebot, die auch für Kinder zweckmäßig sind. Unregelmässiges Essen (zum Beispiel wenn beide Elternteile arbeiten) und kalorienreiche Süssigkeiten zwischendurch, anstelle von Obst, keine Bewegung, fördern Übergewicht.




Dass solche "Abspeckcamps" für Jugendliche in ein paar Jahren noch aktueller sein werden, ist vorauszusehen.

Was bei fettleibigen Erwachsenen gilt, gilt auch bei fettleibigen Kindern, nämlich dass diese ab einem Body-Mass-Index von 30 auch einen deutlich höheren Blutdruck und höheren Cholesterinwert als normalgewichtige aufweisen und demzufolge auch ein erhöhtes Risiko für Diabetes und deren Folgen.

So wie ein Stausee als Wasserreserve dient, so dienen die Fettpolster auch in einem Kinderkörper als Energiereserve. Selbst im Energiestausee eines schlanken Kindes ist 30-mal so viel Energie enthalten, wie täglich zu und abfließt. Solange die tägliche Energieabgabe genauso groß ist wie die tägliche Energiezufuhr, bleibt der Wasserstand im Stausee gleich. Die tägliche Energiezufuhr ergibt sich aus allem, was das Kind im Laufe des Tages isst und trinkt, auch den Kleinigkeiten zwischen den Mahlzeiten. Die tägliche Energieabgabe ist die Energie, die auch der Körper eines Kindes verbraucht, um zu funktionieren, z. B. um die Körpertemperatur bei 37 °C zu halten und auch um die Muskeln zu versorgen, wenn es sich auch bewegt.
Aber selbst wenn das Kind jeden Tag nur ein kleines bisschen mehr isst, als es verbraucht, dann beginnt sich der Energiestausee zu füllen. Das geht so langsam, dass man es oft nicht gleich merkt, aber wenn der Zufluss über Monate und Jahre den Verbrauch übersteigt, wird der Stausee voller und voller, und das Kind dicker und dicker.

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