These zu den muslimischen Ausschreitungen

Jeder hat seine These, warum die Muslime auf die Barrikaden steigen. Unterdrückung durch den Westen. Zu wenig Bildung oder schlicht, die Religion ist “böse”. Wer davon ausgeht, dass der Westen schuld ist und die arabischen Länder ausgebeutet werden, der sieht die Muslime als Opfer und möchte helfen. Wer davon ausgeht, dass die muslimische Religion “böse” ist, der möchte sie bekämpfen.

Die Lösungsansätze dieser zwei Personen sind dann grundverschieden und schnell wird schubladisiert. Wer helfen möchte, wird vom anderen als naiven Gutmenschen bezeichnet und wer glaubt, nur härtere Massnahmen helfen, der wird in die rassistische Ecke gestellt. Auf diesem Weg entstehen keine Lösungsansätze und man gleitet schnell in eine gut/böse Diskussion ab.

Die Frage stellt sich, wo stehen Sie?
Um die andere Seite besser zu verstehen, sollte man herausfinden, wie man selbst über diesen Konflikt denkt und dann versuchen, zu verstehen, wie das Gegenüber die Situation einschätzt. Dies gibt die Chance gemeinsame Lösungsansätze zu finden, die womöglich wirken.

Ich werfe meinen Hut rein und lege meinen Gedankengang offen. Über Nachahmer, die ebenfalls Ihr “Gedankenmodell” bekannt geben, freue ich mich.

Kampf der Machterhaltung

Vor der Französischen Revolution waren die Machtverhältnisse klar aufgeteilt. Die Regierung (Könige und Despoten) herrschten mit der Streitmacht über das Volk. Um sich an der Macht zu halten, verbrüderte man sich mit der Kirche, die den moralischen Unterbau lieferte. Beide Seiten herrschten somit “gleichberechtigt” in ihrem Metier. Die Könige und Despoten waren für das Weltliche zuständig und die Kirche für das Geistliche. Auf der untersten Ebene gab man den Männern gegenüber den Frauen zusätzliche ein Vorrecht. Sei dies nun, weil man sie fürs Militär brauchte oder in den Dienst der Kirche stellte. Männer herrschten über die Frauen.

Mit der Französischen Revolution wurde dieses Machtkartell Regierung/Kirche/Männer aufgebrochen. Könige und Despoten wurden gestürzt und die Demokratie eingeführt. Die Kirche wurde vom Staat getrennt und die Männer verloren mit der Zeit das Vorrecht über die Frauen.

Meine These ist, dass die arabische Welt noch in der Zeit vor der Französischen Revolution steckt. Die Machthaber wissen, wenn bei ihnen dieselbe Entwicklung einsetzt, wie im Westen, ist ihre Macht weg. Demokratisierung, Trennung Kirche & Staat und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sind die wirklichen Feinde. Darum ruft man zum Kampf der Kulturen auf. Nicht etwa, weil man etwas gegen das Christentum oder den Westen hat, viel mehr will man nicht die Idee der Freiheit im eigenen Land haben. Viel zu viele haben etwas zu verlieren.

Und was ist Ihre These?

@Patrick Vogt
Sorry, dass ich wieder etwas mehr schreibe. Wegen eines Surfunfalls muss ich die nächsten 10 Tage pausieren...da wird es einem fast langweilig.

26 Kommentare


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