Quotenregelung - wirklich notwendig ?

Seit dem Entscheid, in der Berner Stadtverwaltung eine Quotenregelung für Kaderangestellte einzuführen, ist dieses Thema wieder aktuell.
Um es vorweg zu nehmen, ich bin keine Anhängerin von Quotenregelungen.
Ich weiss aus eigener Erfahrung wie schwierig es ist, eine Managementposition und Familie unter einen Hut zu bringen. Ich hatte aber in meiner Laufbahn nie das Gefühl, dass ich als Frau bei der Wahl für eine Position benachteiligt worden wäre. Kämpfen musste ich jedoch für Lohngleichheit.

Aus meiner Erfahrung muss die Problematik der wenigen Frauen in Managementpositionen anderweitig angegangen werden. Es braucht einerseits ein genügendes Angebot an Tagesstrukturen für die Kinderbetreuung, andererseits aber muss es auch möglich sein im Management bis zu einem gewissen Grad in Teilzeit arbeiten zu können. Auch wenn es sich ketzerisch anhört, wir müssen davon wegkommen "Omnipräsenz" mit Leistung gleich zu setzen. Leider hält sich diese Haltung nach wie vor hartnäckig.
Diesbezüglich müsste ein Sinneswandel einsetzen. Dies wäre im übrigen auch zu Gunsten der Männer, die nicht nur Karriere machen wollen, sondern wünschen, sich dabei auch noch aktiv um die Familie kümmern zu können.

Ich bin überzeugt, dass mehr qualifizierte Frauen bereit für eine Managmentposition sind, wenn die erwähnten Voraussetzungen geschaffen sind. Und wenn es in gewissen Bereichen doch noch eine Quotenregelung als Anstoss brauchen sollte, dann darf die Quote immer erst in zweiter Priorität als Kriterium herbei gezogen werden. In erster Priorität kann nur die Qualifikation und Eignung für den Posten gelten, alles andere erachte ich als einen grundlegenden Fehler.

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