Meinungsfreiheit im Schatten islamischen Terrors

BV, Art. 16 Meinungs- und Informationsfreiheit
1 Die Meinungs- und Informationsfreiheit ist gewährleistet.
2 Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden und sie ungehindert zu äussern und zu verbreiten.
3 Jede Person hat das Recht, Informationen frei zu empfangen, aus allgemein zugänglichen Quellen zu beschaffen und zu verbreiten.

Wenn ich "Islam" und "Protest" in einem Satz verwende, muss ich jetzt schon beinahe zwingend "Amerika" und "Film" mit einbinden.
Ich gehe davon aus, dass dies mittlerweile jedem Leser hier genügt, um zu erahnen, worum es hier geht.

Die beinahe einhellige Meinung der Medien ist, der Trottel aus Amerika sei mit seinem Film schuld am Tod mittlerweile mindestens 30 Menschen und an den vielen sonstigen Gewalttätigkeiten - worauf ich hier nicht eingehen will - und man solle den Islam aus "Toleranz" nicht in Frage stellen, denn es könnte - so drückt es beispielsweise die "Frankfurter Allgemeine" aus - "erwartbare violente Reaktionen" zur Folge haben.

Eine solche Haltung ist gleich aus mehreren Gründen verwerflich, zeigt doch schon allein ebengenannte Formulierung, dass etwas grundsätzlich falsch gelaufen sein muss.

"Erwartbare violente Reaktionen" unterstellt dem Islam eine grundsätzliche Gewalttätigkeit.
Ob dies Tatsachen entspricht oder nicht, will ich hier gar nicht erst beurteilen.
Allerdings ist die Folgerung, man solle aufgrund ebendieser "erwartbar violenten Reaktionen" der "Toleranz" gedenken und den Islam nicht in Frage stellen deshalb falsch, weil es den Toleranzbegriff ins Absurde verkehrt und vor Terrorismus kapituliert.

Toleranz soll nicht etwas Negatives sein, nicht ein Dulden wohl oder übel.
Da sie aber eine grundlegende Spielregel der Demokratie ist, sind wir intolerant nur gegenüber Intoleranten, nach dem Grundsatz berechtigter Notwehr:
Keine Freiheit den Feinden der Freiheit!
Man muss (!) den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, welche unsere Toleranz missbrauchen würden, uns zu schaden.

Umso bedenklicher finde ich, dass man dem Islam zunehmend Sonderwünsche einräumen will und sich von der offensichtlichen Gewaltbereitschaft einschüchtern lässt.
So sehr, dass man sogar darüber zu diskutieren beginnt, ob man Grundrechte kurzerhand ausser Kraft setzen soll.

Wer sind wir denn, dass wir vor ein paar islamischen Terroristen zu Kreuze kriechen und uns durch Gewalt vorschreiben lassen, was wir zu sagen, schreiben oder auch nur zu denken, was wir zu tun oder zu lassen haben?!

Wer dem Terror kein Widerstand leistet, fördert ihn (!), indem er ihm aufzeigt, dass seine obskuren Methoden Früchte tragen.

Kann ein Film Gewalt und Mörderei rechtfertigen?
Vergleichen wir "The Innocence of Muslim" mit bspw. "The Life of Brian", dann stellen wir bei nüchterner Betrachtung fest, dass sie beide eine blosse Verächtlichmachung religiöser Werte darstellen.
Damals hiess das "Komödie", heute nennt man es "Hetzkampagne".

Für Christen wird "The Life of Brian" damals wohl ähnlich beleidigend gewesen sein, wie "The Innocence of Muslims" heute für die Muselmanen - womöglich eher stärker, zieht er doch nicht nur eine Ikone sondern eine ganze Reihe Glaubensinhalte ins Lächerliche - mit dem Unterschied, dass die Christen damals im Gegensatz zu den Muselmanen heute keine Gebäude in Brand gesteckt, keine Personen ermordet, zu keiner Gewalt aufgerufen haben.

Eine zivilisierte Gesellschaft muss mit Provokationen leben können.
Es ist darum absolut unangebracht, dem Blutdurst gewisser Subjekte, welche meinen, uns ihre eigenen Regeln aufzwingen zu können, mit Wohlwollen zu begegnen.
Unsinnige Gewaltexzesse verlangen Ächtung, nicht Achtung - Ablehnung, nicht Anpassung.
Wer Freiheit zugunsten Sicherheit aufgibt, wird keines von beiden erhalten können.

Und wollen wir die Grundrechten, für die Menschen jahrhundertelang gestorben sind, allen Ernstes innert wenigen Augenblicken vor ein paar Säue schmeissen?

14 Kommentare


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