Steuersenkungen im Kanton Aargau entpuppen sich als Wolf im Schafspelz

Am 23. September 2012 stimmen die Aargauer Stimmberechtigten über eine Steuergesetzrevision ab, die es in sich hat. Als verheirateter, dreifacher und mittelständischer Familienvater müssten mich die Senkung des Einkommenssteuertarifs für den Mittelstand, die Erhöhung des Steuerabzugs für Kinder sowie des Kinderbetreuungskostenabzugs und die Senkung der Vermögenssteuern eigentlich freuen. Und oben drauf wurde noch eine Gewinnsteuersenkung für Unternehmen gepackt, was unseren Kanton für Firmen attraktiver machen soll.

Wenn ich mir aber vor Augen führe, dass der Kanton Aargau noch mehr als 1.6 Mrd. Franken Schulden hat und mit dieser Steuersenkung ab 2016 jährliche Mindereinnahmen von - sage und schreibe - 120 Mio. Franken beim Kanton und 100 Mio. Franken bei den Gemeinden zu erwarten sind, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Mir wurde als Kind beigebracht, dass ich nur so viel Geld ausgeben kann, wie ich auch habe. Und solange wir Schulden in dieser Höhe haben, kommen Steuersenkungen einfach nicht in Frage!

Diese Steuerrevision wird sich als Wolf im Schafspelz entpuppen, weil die Mindereinnahmen bei den Steuern irgendwo kompensiert werden müssen. Bei vielen Gemeinden wird dies folglich zu Steuererhöhungen führen. Aber eben, das geht den Kanton ja nichts an. Hauptsache er wird dann im interkantonalen Steuerrating weiter vorne eingereiht...

Darum: wer noch nicht ein Nein zum Aargauer Steuergesetz in die Urne gelegt hat, kann dies noch bis am 23. September 2012 tun.

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