10 Jahre UNO Mitglied ohne Neutralitätsverlust

Bis vor 10 Jahren war die Schweiz innerhalb der UNO zwar irgendwie dabei, aber nicht Mitglied und darum auch nicht mittendrin. Wer erinnert sich noch an den Abstimmungskampf und die verschiedenen Argumente. Von Neutralitätsaufgabe und damit der steigenden Gefahr in internationale Konflikte mit hineingezogen zu werden, war die Rede. Die UNO Abstimmung in der Schweiz fand damals noch unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die USA statt, was die Voraussage für ein Ja oder Nein zum UNO Beitritt zusätzlich erschwerte.

Sogar das Ende der freien und offenen Gesellschaft wurde nach dem 11. September 2001 postuliert. Zehn Jahre später wissen wir, dass die offene Gesellschaft weiterhin existiert und die Schweiz trotz UNO Beitritt im 2002 ihre Neutralität nicht aufgegeben hat. Eine Mehrheit der Bevölkerung schien damals begriffen zu haben, dass sich die Welt verändert hatte und die klassische Konfrontation zwischen zwei Nationalstaaten sich ebenfalls in unübersichtlichere und multiethnische Konflikte entwickelt hat. Die Probleme sind mit der Globalisierung der Wirtschaft mehr und mehr global geworden. Der einzelne Nationalstaat findet auf diese Herausforderungen zumeist nur noch unbefriedigende Antworten. Die UNO könnte und müsste darauf mehr Antworten finden, doch die Organisation – welche tagtäglich sehr wertvolle Dienste an der Gesellschaft leistet – hat die Entwicklung in ihrem wichtigsten Gremium, dem Sicherheitsrat, seit dem Zweiten Weltkrieg verschlafen.

Die Auswirkungen dieser Versäumnisse im Sicherheitsrat sind derzeit in Syrien auf dramatische und traurige Weise sichtbar. Die Mankos hat nicht nur die Schweiz erkannt. Doch gerade die Schweiz hat sich sehr stark engagiert, dass der Sicherheitsrat endlich reformiert wird. Dass dies sofort gelingt, ist leider nicht realistisch, doch steter Tropfen höhlt den Stein und die Schweiz als neutraler und von den meisten Kriegen verschonter Staat hat auch die entsprechende Glaubwürdigkeit für solche Initiativen.

Vor 10 Jahren war das Abstimmungsergebnis für den UNO Beitritt relativ knapp, heute würde die Zustimmung sicherlich höher ausfallen. Die Schweiz hat mit ihrer Geschichte, ihrer wirtschaftlichen Verflechtungen und dem friedlichen Miteinander verschiedener Kulturen in der UNO sehr viele interessante Aspekte einzubringen und es ist eminent wichtig, dass wir dies als aktives Mitglied auch weiterhin tun.

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