Die Kulturförderung des Bundes benötigt eine Denkpause.

Unter dem Titel „63.60 Franken für die Killer-Missen“ klagt die Pendlerzeitung 20Minuten den verschwenderischen Umgang mit Kulturgeldern an. Es geht darum, dass hier in der geschützten Werkstatt des subventionierenden Steuerfrankens Kinoflops produziert werden, welche ganz offenbar nicht marktfähig sind.

Da wurde mit 900‘000 Franken aus dem Etat der bisher völlig unbekannte Film „Nachtlärm“ produziert, welcher ganze 6‘503 Eintritte verzeichnete. Das neuste Fiasko mit dem vielsagenden Titel „Das Missen Massaker“ generierte bisher etwas mehr als doppelt so viele Eintritte. Wen wundert’s, die echte Missenwahl wurde ja inzwischen als nicht sehenswert abgeblasen.

Die Kulturförderung des BAK trägt somit den falschen Namen. Besser wäre das unter dem Titel „Lernwerkstatt für zukünftige Filmproduzenten“ zu tarnen, denn Kultur die niemanden interessiert braucht es schlichtweg nicht.

Dass es natürlich auch anders gehen kann, sieht man beim Film „das Parfum“. Der war zwar mit gut 60 Mio. Euro etwas teurer (die Investorin Gisela Oeri soll sich mit 10 Millionen Franken daran beteiligt haben), spülte aber gemäss Box Office Germany Award innerhalb von nur 50 Tagen 5 Millionen Zuschauer in die Kinos. Hätte Frau Oeri die 10 Mio. als Steuergeld einbezahlt, wären wahrscheinlich 10 ungesehene BAK-Filmchen entstanden.

Steuergelder für Kultur sollte man deshalb nur dann einsetzen, wenn sich möglichst viele Steuerzahler daran auch erfreuen können, und auch wirtschaftlich etwas herauskommt. Alles andere ist Geldverschwendung.

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