Für ein partnerschaftliches Miteinander von Kirche und Staat!

In Aarburg wurde der Jugendtreff neu eröffnet. Aus Kostengründen musste die Gemeinde ihn schliessen. Nun haben sich Mitglieder einer lokalen Freikirche bereit erklärt, diesen auf freiwilliger Basis wieder zu betreiben. Eine typische Win-win-Situation könnte man denken: die Jugendlichen haben wieder einen Treffpunkt und die Gemeinde Aarburg muss für den Betrieb nicht einmal etwas bezahlen. Doch die Kritiker sind nicht weit. Es werden Missionierungsabsichten vermutet, die Kompetenz der Betreuungspersonen in Frage gestellt und deren "eng-konservativen" Ansichten kritisiert. Und wenn die Präsidentin von Jugendarbeit Aargau es bedenklich findet, dass eine Freikirche grosse Wirkung auf Teenager habe, die auf der Suche identitätsbildender Eckpfeiler sind, dann frage ich mich ernsthaft, ob sie es denn besser fände, wenn diese Jugendlichen ohne Strukturen und erwachsene Gegenüber auf der Strasse jeglichen Einflüssen ungefiltert ausgesetzt wären. Mich stört die weit verbreitete reflexartige Ablehnung, sobald sich Kirchen aus ihren Kirchenmauern begeben und sich gesellschaftlich engagieren. In Zeiten begrenzter Budgets und steigender Sozialprobleme kommt der Staat zunehmend an seine Grenzen. Wenn Kirchen und Vereine dem Staat auf ehrenamtlicher Basis vermehrt unter die Arme greifen, ist letztlich allen gedient: dem Staat, der seinen sozialen Auftrag erfüllen kann und den Betroffenen, denen Hilfe und Betreuung zukommen. Dass im Rahmen eines staatlichen Leistungsauftrags auf Missionierung zu verzichten ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Auf der anderen Seite hat jeder Mensch seine persönlichen Überzeugungen, seien es politische, kulinarische oder eben religiöse. Es ist deshalb normal, dass man über seine Ansichten Auskunft gibt, wenn man danach gefragt wird. Schliesslich empfehle ich meinen Freunden auch einen neuen Wein, der mich überzeugt hat.

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