Unser Parlament hat Angst vor dem Billag Zahnarzt

Die Billag Diskussion ist wieder neu aufgeflammt. Es geht darum, ob die Gebühren für Radio und Fernsehempfang in der Höhe von 462.40 pro Jahr weiterhin von den Benutzern bezahlt werden soll oder ob der Einfachheit halber Alle diese Gebühr bezahlen sollen, weil inzwischen alle den Service geniessen. Man verspricht sich hier eine Kostenreduktion für den einzelnen Haushalt.

Die SVP meint, dass 200 Franken genug sind. Und Personen, welche überzeugt sind, dass sie keinerlei der Dienste in Anspruch nehmen wollen, fordern eine Nullrunde für sich.

Bei den Debatten soll es keineswegs über das Wertempfinden gehen (das Empfinden des Einzelnen, wie viel er bereit ist für ein Produkt zu bezahlen). Im Vordergrund steht, wie viel die Medienschaffenden für ihren Service benötigen.

Nehmen wir mal an, es bleibt so wie heute. Da haben wir die Freiheit die Medien zu ignorieren. Es kostet zwar nichts, haben aber regelmässig einen beauftragten Mitarbeiter der Billag, welcher um unser Haus streicht. Oder wir bekommen alle halbe Jahre, ein Schreiben, wo wir glaubhaft darlegen müssen, weshalb wir keine Gebühren bezahlen wollen.

Die Billag-Beauftragten, könnten sie doch einfach mal die Kriegssirenen heulen lassen und im Luftschutzkeller darauf warten, wer denn da alles so kommt. Diejenigen welche eintreffen haben nämlich den Rat befolgt, *"bei Sirenenalarm Radio hören und die Anweisungen befolgen". AHA: "die haben ein Radio!", nur noch die Anmeldung prüfen….*

Noch schlimmer wäre, wenn bei Sirenengeheule, im Radio die Anweisung gegeben wird: „sofort das Haus zu verlassen und einen höher gelegenen Ort aufzusuchen“. Die armen Radio-Ignoranten rennen versehentlich in den Keller und ersaufen kläglich. –Selber schuld, weshalb zahlen sie keine Billag.

Liebe Parlamentarier, lasst Euch doch endlich diesen Zahn ziehen und schafft dieses Billag-Gebilde endlich ab. Als Gesetzgebende Institution könnt ihr mit ruhigem Gewissen einen neuen Artikel schaffen, welcher besagt, dass der Bund verpflichtet ist dafür zu sorgen, dass die Haushalte Zugang zu Informationen haben muss und der Bund jederzeit über die Medien wichtige Informationen verbreiten kann.

Es spricht nichts dagegen, wenn im Zuge der Gesamtaufgabe des Bundes, Steuergelder verwendet werden um die Verbreitung von wichtigen Informationen verbreiten zu können. Mehr braucht es nun wirklich nicht. Für die Alarmierung über Sirene wird bekanntlich auch keine Gebühr erhoben.

Für weitergehende Services hat der Konsument zu wenig Wertempfinden, als dass er dafür jährlich 462.40 Franken aufwenden will. Das Angebot der Gebührenempfänger und der ausländischen Anbieter steht in einem sehr kleinen Verhältnis.

Der Bund bleibt nach wie vor die Institution, welche Konzessionen erneuert, wodurch genügend Druckmittel verfügbar ist, für eine ausgewogene Berichterstattung zu sorgen.

Den Gebührenempfänger wie die SRG muss genügend Zeit eingeräumt werden, ihr Programm so attraktiv zu machen, dass die Werbe-Einnahmen ausreichen. Das heisst, auch das Wertempfinden der Werbenden muss gesteigert werden, um die Werbe-Einnahmen zu erhöhen.

Wir wissen, dass sich die Parlamentarier bei den Medien unbeliebt machen würden.

Trotzdem keine Angst, und ab zum Zahnarzt.

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