Soziale Gerechtigkeit

"Soziale Gerechtigkeit" - ein von linken Kreisen beschlagnahmtes Wort, welches nichts anderes als die weit bekannte Umverteilung von oben nach unten, von reich nach arm umschreibt: Wohlstand für alle, alle sollen gleich viel besitzen und für alle soll die Chancengleichheit gelten.

Manch ein Bürgerlicher schreckt vor solchen Parolen reflexartig zurück - verständlicherweise muss man anfügen. Solche Ideologien widersprechen dem Geist liberaler Menschen, welche auf Eigenverantwortung und Staatsabbau setzen.

Mit diesem Grundgedanke, der Ideologie linker Kreisen, Personen ihr eigens hart erarbeitetes Geld wegzunehmen, dem Staat in Form von Steuer-und Gebührengeld zu überreichen und dann, mit einer gehörigen Portion Bürokratie, umständlich und technokratisch umzuverteilen habe auch ich grösste Mühe, reagiere oftmals selbst sehr reflexartig, ja schon fast allergisch ablehnend.

Steuern sind ein erlaubter Fall von Raub

Thomas von Aquin, Philosoph, 1224 - 1274

Der Staat bekommt nie so viel Geld, wie er benötigt - er braucht immer so viel Geld, wie er bekommt.

Ronald Reagan

Der Saat ist nicht die Lösung, sondern das Problem.

Ronald Reagan

Die Tendenz des Staates, mehr Geld zu fordern, geht Hand in Hand mit einer ihm gleichfalls eigenen Tendenz, es zu verschwenden.

Cyril Northcote Parkinson

Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, daß sie es von anderen haben wollen.

Konrad Adenauer

Soweit meine persönliche Haltung diesbezüglich. Die SVP setzt nun auch vermehrt in der Familienpolitik Akzente. Sie beginnt sich mit dem Begriff "Soziale Gerechtigkeit" auseinander zu setzen, die SVP geht thematisch in die Breite.

Ganz ehrlich: Mir schaudert es, wenn ich mir vorstelle einen Ulrich Schlüer (oder ein anderer Vertreter der konservativ-harten SVP Vertretung) von Bildung und Familienpolitik sprechen zu hören. "Das Weib gehört hinter den Herd und sorgt für den Nachwuchs" - in etwa so sollte einigen SVP-Vertretern zu Folge das Familienbild aussehen.

Faktisch jedoch, zeigt man sich heute ein kleines bisschen moderner: Die Familieninitiative der SVP wurde lanciert und letztes Jahr eingereicht.

Grob gesagt fordert sie, dass Familien, welche ihre Kinder selbst betreuen, die selben Steuerabzüge machen dürfen, wie Familien, welche ihre Kinder zum Beispiel in Kindertagesstätten fremdbetreuen lassen.

Dies macht durchaus Sinn, denn eine Familie soll durchaus frei entscheiden können, wie die eigenen Kinder aufwachsen sollen - frei im Sinne von "frei von finanziellen Lenkungen in Form von Steuern."

Dies ist der eine Aspekt - Gleichberechtigung für alle Familien! Der andere Aspekt wurde heute in der Sendung "10vor10" sehr gut dargestellt:

Familien, bei welchen beide Elternteile arbeiten, können zwar Steuerabzüge machen - doch letzten Endes haben sie in manchen Fällen am Ende des Jahres weniger im Porte-Monnaie, als wenn sie nicht arbeiten würden (Bezahlung der Kindertagesstätten, Steuerprogression, Aufwand, etc.).

Dies ist ebenfalls eine sehr fragwürdige Situation - Denn dadurch wird die Wirtschaft massiv geschwächt. Einerseits gehen Arbeitskräfte - meistens Mütter - über Jahre für die Wirtschaft verloren (weniger Steuern, mehr neue Arbeitskräfte müssen hergeholt und ausgebildet werden um die Lücke zu füllen, Unsicherheiten für den Arbeitgeber -> soll ich überhaupt noch junge Frauen anstellen?, Nachteile in der Berufswelt für Frauen -> Erfahrungsverlust gegenüber Männern). Andererseits wird auch die Familie in ihrem Handeln stark eingeschränkt, denn wie im Beitrag sehr klar erläutert, handelt es sich hierbei um mehrere tausend Franken Unterschied, welche am Ende des Jahres übrig bleiben (oder eben nicht übrig bleiben).

Der Staat hindert, pointiert formuliert, Paare mit Kindern daran, frei zu entscheiden, ob beide Elternteile weiterhin arbeiten wollen, sei es auch nur als Teilzeitjob oder mit einem stark reduziertem Pensum.

In der heutigen, modernen Gesellschaft sollten solch massive Missstände nicht mehr herrschen. Auch junge Mütter sollten frei darüber entscheiden können, ob sie weiterhin arbeiten wollen, Eltern sollen frei darüber entscheiden können, wie ihr Kind aufwächst.

In beiden Punkten lenkt der Staat mittels Geld - Steuern - die Entscheidungen des Volkes - denn sind wir ehrlich: Was am Ende des Jahres zählt, ist die Zahl, welche auf dem Bankkonto steht. Nicht nur Personen aus eher schlecht verdienenden Verhältnissen, sondern eben auch die Mittelschicht ist davon stark betroffen. Die Entscheidung ist einfach: Meist wird der Weg gewählt, der am Ende weniger Verlust und mehr Erspartes abwirft. Das ist heute die "Soziale Gerechtigkeit" in Realität.

Das Familienleben - Vom Staat gerecht und allgegenwärtig für alle gleichermassen diktiert...

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