Wer von Eigenverantwortung redet, meint eigentlich die Abschaffung unseres Sozialwesens.

Immer wieder hört man das Wort Eigenverantwortung es wird von den Bürgerlichen gerne im Zusammenhang mit dem Sozialstaat erwähnt. Und man benutzt es in vielerlei Dingen, aber meistens zum sagen: "Was gehen uns die Probleme der Armen und Kranken an, die zahlen nicht so viel Steuern wie die Reichen."

Das prominenteste Beispiel der letzten Zeit war der Vorschlag das Krankenkassen-Obligatorium abzuschaffen. Auch hier forderte man mehr Eigenverantwortung, doch schauen wir uns einmal an, was eine Abschaffung des Obligatoriums zur Folge hätte:

  1. Gesunde und wohlhabende Menschen würden aus der Krankenkasse austreten, da sie wenn es einmal Kosten gäbe, diese selber bewältigen könnten.

    1. Dadurch würden die Prämienzahler wegfallen, die ihre Prämien gezahlt haben, aber kaum Leistungen gebraucht haben, das Solidaritätsprinzip ist hinüber.
  2. Übrig bleiben verhältnissmässig mehr Kranke und Alte, da die auf die Leistungen der Kasse nicht verzichten können.

  3. Die Kasse muss mit mehr Alten und Kranken leben um ihre Leistungen zu decken, müssten die Prämien erhöht werden.

Doch bürgerlich hält weiter am Wort Eigenverantwortung fest um versteckt zu sagen, dass sie den schweizer Sozialstaat schwächen oder gar abschaffen möchte. Doch wir haben in der Schweiz ein Solidaritätsprinzip, wir sind ein Volk, wir leben im selben Land, wir passen aufeinander auf.

Auch Reiche, Wohlhabende müssen ihren Teil am Land zahlen, das Land gibt ihnen ja auch etwas zurück. Wer Arme und Kranke sich selber überlässt, mit dem Hinweis auf Eigenverantwortung, sorgt dafür dass die Menschen noch ärmer werden, ihre Arztrechnungen oder ihre Krankenkassenprämien nicht mehr zahlen können.

Daher müssen wir wieder auf ein System zurückgreifen das auf Solidarität basiert, und nicht mit der Floskel "Mehr Eigenverantwortung" Arme, Kranke und Rentner verunglimpfen, in den meisten Fällen kann man nichts am eigenen Elend. Oder würde einer der bürgerlichen Politiker zu einer 100 Jahre alten Retnerin die am Hungertuch knabbert hingehen und sage sie sei doch selber Schuld, wieso sei sie denn nicht Bänkerin geworden. Nein.

Darum braucht es auch faire Steuern die auch die Reichen in unser Solidaritätsprinzip einbinden. Niemand sollte sich selber überlassen sein, wir sollten zusammen stehen und uns gegenseitig helfen. Auch wenn es dann ein bisschen länger geht, bis man sich eine Yacht kaufen kann.

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