Propaganda mit SUV's - Klarheit schaffen!

Es ist nun bereits etwas über ein Jahr her, seitdem die umstrittene Offroader-Initiative zurück gezogen wurde. Besonders das "Zugpferd" und Initiant Bastien Girod trug massgeblich zu diesem Entscheid bei. "Das Problem müsse ganzheitlich gelöst werden," ist eine Aussage, welche mir geblieben ist.

Es geht mir um die Sache und nicht um Populismus

Chapeau!

Denn die Initiative hätte Autos, welche mehr als 250g CO2 pro Kilometer oder welche schwerer als 2.2 Tonnen sind verbieten wollen. Stattdessen eigneten sich Regierung und Initianten auf den Gegenvorschlag, welcher vorsieht, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoss von Personenwagen bis 2015 auf 130g pro Kilometer gesenkt wird.

Mit dem neuen CO2-Gesetz (siehe hier) hat die Regierung ihr Versprechen nun also auch in die Tat umgesetzt. Der Rückzug der Initiative erwies sich als geschickter Schachzug.

Über Sinn und Nutzen der Initiative und des Gegenvorschlags kann man natürlich diskutieren. Ich möchte an dieser Stelle aber auf ein anderes Thema hinweisen.

So kommt es in Gesprächen mit Politikinteressierten und in Dialogen hier auf Politnetz immer wieder vor, dass Personen weiterhin auf den "bösen SUVs" herum hacken. Dabei ist das Thema eigentlich vom Tisch. Was steckt substantiell hinter diesen Aussagen?

Nicht viel! Eigentlich rein gar nichts, es ist reine Propaganda! Die grossen, starken, manchmal auch lauten SUVs können natürlich optimal instrumentalisiert werden und als Umweltverschmutzer betitelt werden. Dieses Image werden die Geländewagen wohl nicht so schnell wieder los. Die Propaganda-Maschinerie der Grünen hat gewirkt.

Hier soll nun Klarheit geschaffen werden - SUVs sind nicht extreme Umweltverschmutzer!

Schauen wir uns einige Beispiele an:

  • Audi Q3: Ein kombinierter Verbrauch von 5.2 bis 7.7 l/100 km. Der effizienteste Q3 wird sogar in die "Effizienzklasse B" eingeteilt, die zweitbeste Klasse, welche oftmals sogar von Steuererleichterungen profitiert.
  • Audi Q5: Ein kombinierter Verbrauch von 5.3 bis 8.5 l/100km. Der effizienteste Q5 wird ebenfalls in die "Effizienzklasse B" eingeordnet.
  • Audi Q7: Ein kombinierter Verbrauch von 7.4 bis 10.7 l/100km. Der effizienteste Q7 wird in die "Effizienzklasse D" eingeteilt. Der Q7 fällt übrigens in den Bereich der SUV's, welche mit der Offroader-Initiative hätten verboten werden sollen (2'295 kg.)
  • VW Touareg: Ein kombinierter Verbrauch von 7.4 bis 8.2 l/100km.
  • Nissan Cashqai: Ein kombinierter Verbrauch von 6.2 bis 8.2 l/100km. Der effizienteste Cashqai wird in die "Effizienzklasse B" eingeteilt.

Ich denke Sie sehen den Punkt: Weder der durchschnittliche Verbrauch, noch die CO2-Werte sind alarmierend, schockierend oder erschreckend. Ganz im Gegenteil, schauen wir uns doch einmal ein paar Kleinwagen an:

  • Audi A3: Ein kombinierter Verbrauch von 4.1 bis 5.6 l/100km, sämtliche Modelle der Standardvariante werden den "Effizienzklassen A oder B" zugeteilt.
  • VW Golf: Ein kombinierter Verbrauch von 3.8 l/100km und natürlich die "Effizienzklasse A"

Nun gut, aber besonders der letzte Link zum Test zeigt: Die Zahlen der Hersteller sind höchst ungenau und nicht realitätsgetreu. Auf die Herstellerzahlen kann man locker 2-4 Liter pro 100 km hinzu addieren, natürlich bei allen Modellen.

Nun aber weiter im Text, schauen wir uns nochmals ein paar Kleinwagen an. Dieses Mal jedoch jene der stärkeren Sorte:

  • Audi RS3 Sportback: Ein kombinierter Verbrauch von 9.1 l/100km und die "Effizienzklasse G"
  • VW Golf GTI: Ein kombinierter Verbrauch von gut 7.4 l/100km und ein CO2-Ausstoss von 173g pro Kilometer.

Die Liste wäre lang. Was ist passiert?

Ganz einfach: Der Verbrauch hängt von vielerlei Faktoren ab: Aerodynamik, Effizienz der Motoren, Art des Treibstoffes, Gewicht oder Leistungsstärke der Motoren, sowie weitere Effizienzhilfen wie die Zylinderabschaltung oder das Start/Stopp-System.

Währenddem der Audi Q3 mit einem 2.0 TDI Diesel Motor also kombiniert 5.2 l/100km verbraucht, sind es beim Audi RS3 Sportback mit seinem 2.5 TFSI Benziner 9.1 l/100km. Böser SUV's?

Es kommt noch dicker. Die wahren Spirtfresser sind Sportwagen und Limousinen, sowie ältere Fahrzeuge. So verbraucht die 4x4 Audi A8 Limousine satte 11.9 l/100km. Oder so einige Sportwagen nähern sich der 20-Liter-Marke. Genauso auch mein 13 Jahre alter VW Sharan, welcher gut 16 Liter auf 100 km verbraucht.

Natürlich - ein neuer 1.2er Golf verbraucht weniger, als ein neuer Audi Q7. Doch ich hoffe durch diese Auflistung sehen Sie nun die Relationen etwas besser: Die SUV's einfach so als Umweltkiller dazustellen ist nicht nur falsch, sondern kann mittlerweile sehr gut auch als Propaganda durchgehen.

Die wahren Umweltsünder sind Wagen mit aufgemotzten Motoren oder Autos mit tendenziell starken Motoren wie Sportwagen oder Limousinen, sowie ältere Fahrzeuge! Wobei auch hier erwähnt werden soll: Diese Fahrzeuge machen einen ausgesprochen kleinen Teil der Fahrzeuge auf Schweizer Strassen aus. Oftmals sind sie Spezialversionen, Sammlerstücke oder sie wurden mit viel Liebe und Engagement an Karosserie und am Motor aufgewertet. Lassen Sie den wenigen Leuten die Freiheit, auch solche Wagen zu fahren. Der grosse Rest tut es nicht.

Schussendlich können wir festhalten: SUVs verbrauchen kaum mehr Treibstoff, als herkömmliche Familienvans, Kombis oder Kleinwagen mit einem etwas stärkerem Motor. Nach wie vor werden sie jedoch immer und immer wieder instrumentalisiert, da sie natürlich ein für Öko-Terroristen (aka. Grüne) hervorragendes Bild des starken, gefährlichen, abgehobenen Autos abgeben, welches nun offensichtlich wirklich niemand braucht.

Es soll nun immer weiter in den Markt eingegriffen werden, man stand kurz davor, mit einer Initiative dem Bürger tatsächlich vorzuschreiben, welches Auto er kaufen darf und welches nicht. Durch den Rückzug der Initiative und die Umsetzung des Gegenvorschlags und der neuen CO2-Steuer sind wir leider auch nicht besser dran - Zuschläge in der Höhe von 10'000 - 15'000 CHF sind für total normale Fahrzeuge keine Seltenheit mehr. Darunter fallen eben leider auch die genannten Fahrzeugklassen, welche schlicht und einfach nichts mehr mit einer Dreckschleuder zu tun haben. Dem Kunden wird hier wieder einmal die Freiheit genommen, selbst zu entscheiden, was er gerne kaufen möchte. Diese Aufgabe übernimmt seit dem 1. Juli 2012 jetzt neu der Staat.

Wann nehmen Umweltfanatiker und Ökoextremisten das nächste Ziel ins Visier? Wann wird uns verboten Autos zu kaufen, welche mehr als 100 PS haben? Wann wird uns verboten, mehr als 100km am Tag Auto zu fahren? Wann wird der Treibstoffpreis noch einmal künstlich verteuert? Wann werden wieder neue Steuern geschaffen und bestehende Abgaben erhöht?

Die Tage des freien und friedlichen Autofahrens sind längst vorbei - Beide Seiten, sowohl Öko-Terroristen, wie auch die Auto-Wirtschaft stellen sich auf einen erbitterten Krieg ein, welcher erstere wohl oder übel gewinnen werden, denn sie hantieren mit der Gewissenspeitsche - Unlängst sind nicht mehr nur SUV-Fahrer, sondern auch ganz normale Autofahrer Umweltsünder.

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