Wo ist das Geld besser aufgehoben Beim Bürger oder beim Staat? Steuergesetzrevision 2013 Kanton Aargau

Als ich die Ausbildung zum Finanzplanungs-Experten machte, stellte uns der Professor in Finanzanlagen die Frage:“ was ist besser Dividende oder Kapitalgewinn“. Für die meisten war klar der Kapitalgewinn, da stellte er die Frage: „Wo ist der Gewinn besser aufgehoben beim Anleger oder in der Firma?“ Bei der Steuergesetzrevison wo das aarg. Steuervolk am 23.9.2012 abstimmen darf, stellt sich nun auch die Frage, wo ist der Gewinn besser aufgehoben beim Volk oder beim Staat?

Kleine Ausgangslage für nicht Aargauer

Statt in einer grossen Gesetzesrevision 2001, wie die meisten Kantonen, plante der Aargau diese in 3 Etappen (Zielgruppen Untere Einkommensschichten, Mittelschicht und Reiche). Als letzte der 3 Etappen wird nun über die Mittelstands Revision Abgestimmt.

Den Vorschlag des Regierungsrates wurde mehrheitlich übernommen, grösste Abweichung, statt 2013 wird die Steuer-Entlastung Etappenweise bis 2016 durchgeführt. Zudem wurde eine Entlastung für KMU Firmen welche sich als AG oder GmbH firmiert sind vom Grossen Rat beschlossen.

Die Steuergesetzrevision ist somit ein Kompromiss aus Gemeinden, Kantonsregierung und Grossen Rat.

Kann sich der Aargau das leisten?

Ja, der Aargau hat seit 9 Jahren Gewinne (Überschüsse) erwirtschaftet. Im letzten Jahr über 250 Millionen CHF die Entlastungen sind aber nicht mal 50% vom Überschuss 2011.

Bei einer eventuellen Krise kann der Aargau von dem Ersparten der letzten 9 Jahre zehren. Das ist der eigentlichen Sinn von einer geschickten Budgetplanung (Spare in der Zeit dann hast du in der Not).

Unheilige Allianz der Nein Sager

SP, Grüne, glp und EVP sind dagegen aber mit unterschiedlichen Zielen. SP/Grüne haben ein klares Ziel vor Augen so wollen sie keine Revision sondern nur die Ergänzungen zum Bundesrecht. EVP ist gegen die KMU (Firmensteuer)Reform und die glp gegen die KMU-Steuerreform und die Vermögensteuern Senkung. glp verlangt weiter zu denken aber wie lange?

Spätestens bei einem Nein wird sich das Lager wieder auflösen, die SP/Grüne werden dann die Gewinner sein, denn es ist anzunehmen dass die Reform so nicht mehr durchgeführt wird oder erst Jahre später. Die Überschüsse aber bleiben und können für die aargauischen Initiativen der SP eingesetzt werden (Aargauische Arbeitslosenkasse, Krankenpflege zu Hause etc.).

Somit haben SP/Grüne als einzige im Nein Komitee klare Ziele. Die glp ist sehr verschwommen, was will sie eigentlich? Weiter Denken lautet ihr Wahlspruch im Grosratswahlkampf und auf ihren Nein Plakaten, aber wie lange, hat man nicht schon über 3 Jahre nach gedacht? Jo. Scheier Wettingen und Grossrätin der glp hatte im Grossen Rat gesagt: „**Wir denken laut nach die Vermögenssteuer abzuschaffen**“. Allerdings lehnt die glp die Entlastungen im Vermögenssteuertarif ab, mit der Begründung dass nur die Reichen profitieren (Mogelpackung). Aber im gleichen Zug möchte Sie in den nächsten Jahren die Reichensteuer abschaffen. Aber wie sie das finanzieren will, bleibt ihr Geheimniss. Mit der Verhinderung der Steuergesetzrevision?

„Für alle Aargauer und Aargauerinnen“ ist der grosse Wahlspruch des Nein Komittees. Aber was meint sie damit? Bei der Steuergesetzrevision profitieren alle davon. Die Pensionierte Migrosangestellte mit 3500.—Monatsrente (AHV und BVG) genauso wie der Familienvater mit 2 Kindern (Kinderabzüge werden auch erhöht). Mit der Abschaffung der kalten Progression werden Reich oder Arm (Ausgleich der Teuerung) entlastet.

Mit der Aussage des Nein Komitees, dass nicht nur der Mittelstand entlastet wird, ist richtig. Es liegt in der Sache unseres Steuergesetzes, dass bei Änderungen im Tarif oder Freigrenzen auch andere profitieren als die eigentliche Zielgruppe und somit stimmt auch die Aussage des Ja-Komitees dass alle Aargauer entlastet werden.

Auch die Angst zu schüren die Gemeinden würden in Not geraten ist absolut falsch. Die Gemeinden könnten im schlimmsten Fall, ihre Steuersätze soweit anheben, dass keine Steuerreduktion auf Gemeindeebene an fällt. Dem Steuerzahler bliebe immer noch die Reduktion des Kantons.

Fazit:

Am 23. September muss das Stimmvolk entscheiden, wo das Geld besser aufgehoben ist, beim Staat damit er seine Leistungen ausbauen kann oder im eigenen Sack.

Persönliches Fazit:

Ich bin auch nicht ganz glücklich mit der Vorlage (liegt in der Sache des Kompromiss).Ich hätte gerne 2013 die Steuerentlastungen für die Aargauischen Steuerzahler gehabt sowie eine Erhöhung des Krankenkassenabzuges (währe auch dringend Nötig).

Aber die Erfahrung bei den Firmen hat gezeigt, dass nur Unternehmen mit klaren Zielen, aus den nicht ausbezahlten Gewinnen mehr Geld machten, die anderen setzten die Gewinne wieder in den Sand. Da ich nicht sicher bin ob wirklich der Staat und die Politiker die besseren Finanzmanager sind werde ich die Variante Vok wählen und mit JA stimmen.

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