Die Lebensmittelvernichtung - eine oft vergessene Ursache für steigende Preise bei Nahrungsmittelknappheit

Der durchschnittliche Schweizer gibt für Lebensmittel noch ca. 10 Prozent seines Einkommens aus. Anders ist die Lage in Entwicklungsländer, wo bis zu 90% des Einkommens für Lebensmittel aufgewendet werden müssen. Steigende Rohstoffpreise bei den Nahrungsmitteln können für diese Menschen tödlich sein, während wir mit steigenden Lebensmittel-Preisen – die Tendenz in der Schweiz geht jedoch eher in die andere Richtung – im Durchschnitt noch relativ gut umgehen können.

Im Fokus der steigenden Nahrungsmittelpreise stehen aktuell die Natur mit der Dürre und die Börsenspekulanten als Ursache dieser Entwicklung. Natürlich nicht zu Unrecht. Hinzu kommt die völlig unsinnige Verwendung von Getreide für Biotreibstoffe. Ein perverses Spiel mit Menschenleben. Doch was in dieser Diskussion völlig vergessen geht, ist das Wegwerfen von Lebensmitteln in den Industrienationen. Schätzungen gehen davon aus, dass rund ein Drittel aller Lebensmittel auf dem Müll landen. Noch ein perverseres Spiel mit Nahrung und ein massiver Preistreiber nach oben, mit drastischen Folgen für die Menschen in den Entwicklungsländern.

Die Verwendung von Getreide für Biotreibstoffe ist sofort weltweit zu verbieten. Reine Spekulationen auf Rohstoffen für Nahrungsmittel sind gesellschaftlich zu ächten. Jeder von uns kann als Konsument dieser Wegwerfmentalität von Nahrungsmitteln Einhalt gebieten. Jeder kauft „nur“ so viel Nahrungsmittel ein, wie er oder sie auch verwerten kann. Als Mensch verlasse ich mich mehr auf meine fünf Sinne und nehme das in den meisten Fällen aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum nicht als Ablaufdatum. Darum heisst es ja auch mindestens haltbar bis. Was wir im Übermass haben, fehlt anderen Menschen und die krasse Folge dieses Mangels heisst Hungertod. Dies sollten wir uns bewusst sein und jeder von uns kann in seinem persönlichen Umfeld etwas dagegen tun.

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