Die ganze Welt kämpft gegen Schulden, die Schweiz fördert sie. Schluss damit!

Die Welt kämpft gegen Schulden, die Schweiz fördert sie

Leasingautos, Konsumkredite, Leben auf Pump. Wenn wir an einen solchen Lebensstil denken, kommen den meisten von uns erst einmal die Amerikaner in den Sinn. Im Land der unbegrenzten Kreditkarten-Limiten und Subprime-Hypotheken wird tatsächlich fahrlässig über den eigenen Verhältnissen gelebt – ohne sich den Konsequenzen bewusst zu sein. Das Ergebnis kam dann postwendend: Immobilienkrise, Bankenkollapse, Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und Hausbesitzer, die auf der Strasse landeten. So schnell kann’s gehen. Ein bisschen mehr Weitsichtigkeit kann deshalb nie schaden.

Die Schweiz ein Verschuldungsland?

In der Schweiz wiegen wir uns in einer scheinbaren Sicherheit. Das sich in Amerika und nun auch in Spanien abzeichnende Horrorszenario wird es in der Schweiz sicherlich niemals geben, mögen sich die meisten denken. Aber Vorsicht: Wir Schweizer brauchen gar nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen. Verschuldungs-Spezialisten sind nämlich – aufgepasst – wir selbst! Das ist kein Witz. Die Schweizer haben mittlerweile weltweit die fast höchste Pro-Kopf-Verschuldung und die nahezu höchste Verschuldung gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP). Die privaten Haushalte sind mit 650 Milliarden Franken an Hypotheken verschuldet. Dass es um unsere Staatsfinanzen vergleichsweise gut steht, ist dabei ein schlechter Trost.

Wie konnte es so weit kommen? Diese unheimlichen Gefahren, die wir uns durch die übermässige private Verschuldung aufgehalst haben, wurden nicht etwa durch irrationale Entscheidungen jedes einzelnen, sondern durch ein falsches Steuersystem gefördert: Das System der Eigenmietwertbesteuerung und des Schuldzinsabzuges. Der Eigenmietwert ist eine Steuer auf einem fiktiven Einkommen, das man gar nicht hat, während der Schuldzinsabzug ermöglicht, dass man die Zinsen für seine aufgenommenen Hypothekarkredite von den Steuern abziehen kann. Der staatlich abgesegnete Schuldzinsabzug ist geradezu eine Aufforderung zur Verschuldung der privaten Haushalte. Davon profitieren einzig und allein die Banken – auf Kosten der volkswirtschaftlichen Stabilität der Schweiz. Jeder, der heute seine Schulden abbezahlt, so wie es der gutschweizerischen Tugend entspricht, wird von den Steuerbeamten geschröpft. Die Welt kämpft gegen Schulden, die Schweiz fördert sie. Schluss damit!

Altersvorsorge sichern

Diese übermässige Verschuldung ist für die Schweiz hochgefährlich. Steigen nämlich die Hypozinsen unverhofft an oder bringt uns der Zusammenbruch des Euros eine Rezession ins Land, könnte es in der Schweiz zu einer Immobilienkrise kommen. Dies, weil die Zinsen und Kredite nicht mehr bedient und zurückgezahlt werden können, da sie zu teuer geworden sind oder weil jemand Arbeitsplatz und Einkommen verloren hat. In dieser Krise würde wegen des Immobilienpreiszerfalls die mühsam aufgebaute Altersvorsorge in Mittleidenschaft gezogen. Dies gilt es zu verhindern. Bauen wir endlich diese volkswirtschaftlich untragbaren Risiken ab und stimmen wir am 23. September der Initiative „Sicheres Wohnen im Alter“ zu. Diese verleiht ab der Pensionierung ein Wahlrecht, den Eigenmietwert abzuschaffen. Im Gegenzug kann man dann aber auch nicht mehr seine Schuldzinsen abziehen. Dank diesem positiven Anreiz helfen wir mit, die private Verschuldung in der Schweiz abzubauen, unsere Altersvorsorge zu sichern und die Wirtschaft zu stabilisieren.

62 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.

10 weitere Kommentare

Mehr zum Thema «Abstimmungen»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production