Sieben auf einen Streich

Cannabis legalisieren - und dann? Experten sind sich einig: Alkohol ist gefährlicher als Cannabis. Logische Folge: Man müsste Cannabis legalisieren oder Alkohol verbieten. Da ein Alkoholverbot in der Schweiz aber wohl ausser Frage steht, bleibt die zweite Option. Aber was würde, oder könnte, das eigentlich bedeuten?
Die nationalrätliche Wirtschaftskommission diskutiert. Unter anderem über Agrarpolitik. Der Vorschlag von JSA stiess, zu Recht, auf Kritik. Kleinbauern (vor allem in Berggebieten) haben es auch so schon schwer genug. Der Hanfanbau wäre für viele Bauern vielleicht die einzige Möglichkeit ihren Betrieb überhaupt halten zu können. Schliesslich kann man Hanf vielseitig einsetzen. Textilien, Papier, Isolationen und sogar Triebstoff könnten hergestellt werden. Könnte ja sein dass uns einer den Ölhahn zudreht. Apropos Unabhängigkeit der Schweiz. Die stillgelegten Textilfabriken könnten, ohne aufwändige Umrüstungen der Maschinen, wieder zum Leben erweckt werden. Hanf ist wesentlich umweltfreundlicher und einfacher im Anbau als Baumwolle und Textilien aus Hanf sind viel robuster. Da könnte man wieder mal mit gutem Gewissen "Swiss Quality" drauf schreiben. Die serbelnde Touristenbranche hätte bestimmt auch nichts mehr zu jammern. Für, bzw. gegen was Cannabis in der Medizin alles eingesetzt werden kann, ist erstaunlich. Fakt: Cannabis macht nicht süchtig, im Gegensatz zu vielen chemischen Medikamenten und greift weder Magen noch Organe an. Zumindest solange man es nicht raucht. Das heisst, statt Schmerzmittel, Magenschoner, Appetitanreger evt. noch Antidepresssiva und/oder Schlafmittel, etc. isst der Patient einen Keks. Die Kosten im Gesundheitswesen würden von selber purzeln bei den Medipreisen.
Polizei und Justiz würden auch entlastet und hätten mehr Zeit für Wichtiges!
Zum Jugendschutz: Wer mit Jugendlichen spricht, statt über sie, stellt schnell fest, dass es ihnen egal ist. Ihre Frage ist mehr. "will ich mich berauschen, wenn ja mit was?" Dass Verbote nichts bringen, hat man beim Alkohol gesehen.
Die aktuelle Lage: Der grosse Teil der Cannabis-Konsumenten ist weit über 18 Jahre alt. Es wird in der Schweiz offenbar so viel Cannabis konsumiert, dass es bei den Händlern immer wieder zu Engpässen führt. Ein alter Kiffer, oder jemand der Cannabis aus medizinischen Gründen konsumiert, der wird deshalb nicht zu den anderen, im Angebot stehenden, Drogen greifen. Aber ein Jugendlicher möchte vielleicht nicht "nüchtern" zur Party. Und da ist halt auch noch diese gefährliche Neugier. Mittlerweile ist es in der Schweiz einfacher Pillen, LSD und Koks zu finden als Hanf. Oberschlaue Züchter haben deshalb angefangen, ihre Pflanzen mit allem möglichen zu besprühen um mehr Ertrag, mehr Gewicht oder schnelleres Wachstum zu erhalten. Da die Pflanze schon verboten ist, braucht man sich auch nicht zu fragen wie "sauber" diese Düngemittel etc. sind. Wahrscheinlich wesentlich schlimmer als das Cannabis selber.
Also würde eine Legalisierung von Cannabis die Wirtschaft ankurbeln, die Landwirtschaft unterstützen, den Tourismus in Schwung bringen, Kosten im Gesundheitswesen senken, Polizei und Justiz entlasten, Arbeitsplätze schaffen und jede Menge Steuergelder einspülen. Die einzige Verliererin in diesem Plan wäre die Pharmalobby! Die war auch vorne mit dabei die Hanfpflanze als Droge zu verteufeln.

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