Zurechnungsfähige Psychos

Egal, ob es Mörder wie Breivik, Page oder Holmes sind, oder "nur" bedrohen und verleumden, Verbrecher werden in der ersten Welt schnell als geistesgestörte Penner abgestempelt.
Vollidioten also, die in ihrer psychischen Unzulänglichkeiten Dinge tun, die normale Menschen nicht tun, und die man ihnen - eben weil sie "gaga" seien - nicht anrechnen könne.

Ich finde das falsch.
Egal, was so ein Heini tut, er soll hinstehen und die ganze Schuld - mit all ihren Konsequenzen - ertragen müssen.

Denn wenn "geistesgestört" nämlich heisst, dass man Dinge tut, welche ein Grossteil der Gesellschaft nicht verstehen kann, dann müssten folgerichtig die meisten Professoren an den Universitäten und andere Spezialisten in die Irrenanstalt eingeliefert werden.
Dass dies absurd wäre, muss ich ja wohl nicht extra betonen.

Psychopathen gibt es, ja. Und nicht alle sind die fuchtelnden, sabbernden oder schreienden Schizophrenen, die man schon auf 300 Meter als geistesgestört erkennt und wie sie Hollywood so gerne mag.
Aber ich bin der Meinung, wer noch genug Hirn hat um sich seine "Opfer" auszusuchen oder sich gar auf eine bestimmte Person beschränkt, dem soll man nicht einfach die Verantwortung für sein Handeln absprechen.

Interessanterweise kann ich mich nicht erinnern, je Begriffe wie "geistesgestört", "psychisch krank" oder dergleichen im Zusammenhang mit bspw. muslimischen Extremisten gelesen zu haben.

So frag ich mich, ob dieses Bild wohl absichtlich so gemalt wird:
Auf der einen Seite haben wir also uns selbst: Die "Guten" und Zivilisierten, von welchen jeder Schwerverbrecher ein Psychopath sein muss.
Und auf der anderen Seite: Der Rest. Die "Minderwertigen", deren Verbrecher Verfehlungen auf keiner Krankheit gründet - die sind halt einfach von Natur aus so bescheuert.

Was nicht gerade eine Einstellung wäre, die ich befürworten kann.

7 Kommentare


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