Der Agrarfreihandel mit der EU schafft Zukunft

Die heutige Landwirtschaftspolitik schafft vor allem Verlierer. Die Konsumenten bezahlen zu viel und die Bauern verkommen zu Staatsangestellten. Eine wirkliche Zukunft hat unsere Landwirtschaft nur, wenn wir die Marktöffnung wagen.

Die Schweizer Bauern stemmen sich mit aller Kraft gegen einen Agrarfreihandel mit der EU. Man will den Schweizer Markt möglichst abschotten. In der Folge sind die landwirtschaftlichen Produkte 60% bis 100% teurer als im Ausland, manchmal noch mehr. Der Schweizer Konsument hat das Nachsehen. Erstens bezahlen wir dadurch viel zu viel für unsere Grundnahrungsmittel und zweitens, auch noch für alle importierten Güter. Die Hersteller orientieren sich bei der Preisfestlegung nämlich an einem Mix der Lebenskosten, und hier spielt der Preis für Grundnahrungsmittel eine entscheidende Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass vermehrt im Ausland eingekauft wird.
 
Doch auch die Schweizer Bauern sind Verlierer des heutigen Systems. Setzt man die Direktzahlungen ins Verhältnis zur Anzahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen, dann hat sich der Anteil in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt. Der Steuerzahler zahlt also immer mehr für weniger Beschäftigte. Es ist von daher absehbar, dass die Bauern politisch immer stärker unter Druck geraten werden und entweder am Schluss ihre Freiheit ganz aufgeben und sich an den Subventionstropf der Linken hängen oder aber irgend einmal den Schritt in die Freiheit, den freien Markt werden wagen müssen. Denn wer mehr und mehr vom Staat abhängig ist, wird zum Staatsangestellten und verliert damit auch seine Freiheit. Sind die Bauern allerdings bereit, sich dem Wettbewerb zu stellen, wird auch die Akzeptanz für Direktzahlungen wieder steigen.
 
Die freiheitsliebenden Bauern wie auch die Konsumenten hätten somit mehr von einer langsamen Marktöffnung, die die notwendigen Anpassungen in der Schweizer Landwirtschaft zulässt und langfristig zu einem Agrarfreihandel mit der EU führt als von der permanenten Abschottung. So hat die Schweizer Landwirtschaft eine Zukunft. Ansonsten wird es schwierig.

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